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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

29. September 2016 | 18:58 Uhr

Wismar : Erneut Streit um St. Georgen

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Dieses Mal drehte sich in der Kreisstadt Wismar alles um die Königin der Musikinstrumente

Es gibt mal wieder Streit um St. Georgen. Doch diesmal erhitzt nicht das umstrittene Dauerthema um die Widmung des Wismarer Gotteshauses die Gemüter. Zur Abwechslung ist jetzt mal die Aufstellung einer neuen Orgel dran. Nach einem Grundsatzbeschluss der Wismarer Bürgerschaft aus dem Jahr 2011 sollte die Aufstellung einer solchen neuen Orgel möglichst nah an ihrem ursprünglichen Ort berücksichtigt werden. Nunmehr sollte die Verwaltung per Beschluss der Bürgerschaft am 16. Dezember aufgefordert werden, gemeinsam mit der Orgelstiftung St. Georgen eine Ausschreibung für Projektideen für die zu beschaffende Orgel und deren Aufstellung zu erarbeiten.

„Zuerst verlangt Herr Manthey die Umsetzung des Georgen-Altars an seinen alten Platz, dann kommt er mit einem kleinen wieder aufgetauchten Engelchen daher, das auch noch in die Kirche soll und jetzt die Orgel“, schimpfte Prof. Dr. Joachim Winkler (SPD) in Richtung des Antragstellers aus der Fraktion FDP/Grüne. „Hier sollen mit einer Salami-Taktik Fakten geschaffen werden, die die gerade erst beschlossene Nutzungsvereinbarung und die damit einhergehende Befriedung gefährden.“ Erst Ende November hatten Vertreter der Evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde St. Marien / St. Georgen Wismar und der Hansestadt Wismar eine Vereinbarung über die gemeinsame Nutzung der St. Georgen-Kirche zu Wismar unterzeichnet und dies als Beendigung eines jahrzehntelangen Streits gefeiert. Und nun das.

„Ich glaube, dass Sie es sind, der Gräben aufreißt, die gerade erst zugemacht wurden“, schoss der Fraktionsvorsitzende René Domke (FDP) zurück. „Statt über diesen Antrag froh zu sein, machen Sie, Herr Professor Winkler, eine Rolle rückwärts. Reichen Sie all jenen, die bereits Geld für dieses Projekt gegeben haben, die Hand statt sie auszuschlagen!“ Gut zwei Millionen Euro veranschlagt die 2010 gegründete Orgelstiftung St. Georgen für das neue Instrument. Die Kosten für Anschaffung und Pflege trägt allein die Stiftung. Dies hatte die Bürgerschaft auf Antrag der SPD-Fraktion eigens noch in den Grundsatzbeschluss aus dem Jahr 2011 angefügt.

Letztlich war es mit Tom Brüggert (CDU) das jüngste Bürgerschaftsmitglied, das in seinem Redebeitrag die Sache treffsicher und zielgenau auf den Punkt brachte. „Ich kann nicht verstehen, wenn Bürgerschaft und Verwaltung dieses Geschenk nicht annehmen sollten“, sagte der 22-jährige. „Das ist doch das Normalste von der Welt! Eine Orgel in einer Kirche, um nichts anderes geht es hier.“ Stimmt. Und das sah dann auch die Mehrheit der Bürgerschaft so, die mit 19 Ja-Stimmen den Antrag durchwinkten. Linke und mit einer Ausnahme die Vertreter der SPD-Fraktion enthielten sich oder stimmten dagegen.

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