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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

28. September 2016 | 22:29 Uhr

Burgsee-Brücke : Einwohner wollen keinen Stilbruch

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Gadebuscher lehnen ein modernes Bauwerk am Burgsee kategorisch ab

Nach dem Aus der Burgsee-Brücke in Gadebusch wird ein Neubau im modernen Stil immer unwahrscheinlicher. So hat der Vorsitzende des Kultur- und Sozialausschusses, Klaus Leuchtemann, derartige Überlegungen eine klare Absage erteilt. „Dort darf um Himmels Willen nichts Modernes hin. Auf keinen Fall sollte den Gadebuschern dieses Wahrzeichen am Burgsee genommen werden“, sagte Klaus Leuchtemann auf SVZ-Anfrage. Gleichzeitig machte er klar, dass vielen Gadebuschern dieses Bauwerk am Herzen liege. Leuchtemann hofft, dass im Sommer 2015 ein Nachbau nach historischem Vorbild dort eröffnet werden kann. Es wird mit Kosten von mehr als 100 000 Euro gerechnet.

Auch der ehemalige Stadtvertreter Dr. Gerhard Schotte, der am Burgsee Kunstobjekte installierte, spricht sich gegen eine moderne Brücke aus. „Das wäre ein Stilbruch, zumal die kleineren Burgsee-Brücken dem großen Bauwerk nachempfunden sind“, so Schotte.

Einwohner der Stadt Gadebusch müssen seit Anfang September auf die Burgseebrücke verzichten, nachdem eine Sanierung der Pfeiler gescheitert war. Das Bauwerk war 1985 errichtet worden. Damals kamen keine Eichenpfähle, sondern Nadelbaumstämme zum Einsatz, die nicht annähernd die Haltbarkeit von Hartholz besitzen.

Der Brückenbau fiel in die Amtszeit des damaligen Bürgermeisters und heutigen Stadtvertreters Günter Blankenberg. Er erinnert sich noch gut daran, dass man damals heilfroh über das Baumaterial gewesen sei. „Wir hätten demjenigen, der uns das Holz damals zur Verfügung stellte, vor Freude die Hände küssen können. Dass wir uns eine Holzart hätten aussuchen können, daran war nicht zu denken“, so Blankenberg. Mit Blick auf das aktuelle Brücken-Dilemma an der Wakenitz bei Utecht fügt der Ex-Bürgermeister die fast schon ketzerischen Worte hinzu: „Ich bin stolz darauf, dass die Burgseebrücke länger gehalten hat als die neue Wakenitzbrücke.“ Dort ist eine 2009 fertiggestellte Brücke zum Sanierungsfall geworden und weist Schäden an Widerlagern auf (SVZ berichtete). Auch Günter Blankenberg hofft, dass die kündigte Burgseebrücke in Gadebusch wieder annähernd dem Original nachempfunden wird. Das Metall-Brückengeländer sollte dafür wieder verwendet werden.

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erstellt am 19.Sep.2014 | 23:59 Uhr

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