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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

02. Dezember 2016 | 23:19 Uhr

Thandorf : Ein Dorf bremst die Raser aus

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Die kleinste Gemeinde des Nordwestkreises lässt die ersten Schräggatter Mecklenburg-Vorpommerns errichten

Schräg, schräger, Thandorf. Die 150 Seelen-Gemeinde im äußersten Westen des Landkreises hat an einem ihrer Ortseingänge so genannte Schräggatter aufgestellt und nimmt damit eine Vorreiterrolle in ganz Mecklenburg-Vorpommern ein. Die Schräggatter sollen die Fahrbahn für Verkehrsteilnehmer scheinbar eingrenzen und zu dem gewünschten Effekt „Fuß vom Gas“ beim Hineinfahren in die Ortschaft führen.

„Die Erfahrungen aus vielen Gemeinden in den Nachbarbundesländern an Kreis-, Landes- und sogar Bundesstraßen sowie dem benachbarten Ausland sind ausnahmslos positiv. Warum sollten wir nicht von anderen lernen?“, fragt Wolfgang Reetz. Die Gemeinde sei überzeugt davon, dass die Maßnahme der Sicherheit ihrer Einwohner dienen werde. „Deshalb haben wir sie beschlossen und schneller als manche andere Baumaßnahme in diesem Land umgesetzt“, so der Bürgermeister weiter.

Weil aus Sicht der Gemeindevertretung an den Ortseingängen durch Raser ein erhöhtes Gefahrenpotenzial für Einwohner und insbesondere Kinder besteht, hatte diese sich im September für die Errichtung von Schräggattern ausgesprochen. Die Geschwindigkeit von zulässigen 50 km/h wird im Bereich der westlichen und südlichen Ortseingänge regelmäßig deutlich überschritten. Ein unhaltbarer Zustand, zumal derzeit im westlichen Bereich des Ortes ein neues Wohngebiet für neun Einfamilienhäuser entsteht und sich gegenüber bereits ein Spielplatz mit Badestelle, Spielgeräten, Fußballtoren und Volleyballfeld befindet. Besucher, insbesondere Kinder, müssen also immer die dortige Kreisstraße queren.

Zunächst konnte aber nur der östliche Ortseingang aus Richtung Rieps kommend in dieser Art gesichert werden, da die Flächen, auf der die Schräggatter stehen, der Gemeinde gehören. Für die Ortsdurchgangsstraße von Utecht und Schlagsdorf indes bedarf es der Zustimmung des Landkreises, der Eigentümer des Randstreifens ist. Wolfgang Reetz: „Der ausgearbeitete Nutzungsvertrag liegt seit geraumer Zeit im Kreis auf dem Tisch, eine Antwort steht noch aus.“

Auf Anfrage der SVZ erklärte Kreissprecherin Petra Rappen: „Da es sich um ein laufendes Verfahren handelt, erfolgt unsererseits hierzu noch keine Stellungnahme.“ Der Landkreis sei vom Amt Rehna ohnehin erst Ende Oktober am Verwaltungsverfahren in dieser Angelegenheit beteiligt worden. Ein weiteres Schreiben vom Amt mit korrigierten Standorten für die Schräggatter sei erst Mitte November bei der Kreisverwaltung eingegangen.  

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erstellt am 22.Nov.2016 | 20:45 Uhr

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