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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

09. Dezember 2016 | 20:19 Uhr

Gadebuscher baustellen : Die Schandflecken der Stadt

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Die Baubehörden von Amt und Landkreis sind oft machtlos gegenüber den Eigentümern

Wie in vielen anderen Städten und Dörfern gibt es auch in der Münzstadt Ecken, die man gemeinhin als Schandflecken bezeichnet. So tat es jedenfalls ein Leser, der uns diesbezüglich anrief, seinen Namen allerdings nicht genannt haben möchte. Konkret geht es dabei um die Objekte ehemalige Mensa in der Rosa-Luxemburg-Straße, ehemaliger Speicher in der Wismarschen Straße sowie ehemalige Konsumschlachterei in der altstädtischen Steinstraße.

Letztere ist aller Voraussicht nach das kleinste Problem und in absehbarer Zukunft wahrscheinlich nicht mehr existent. „Nach dem der ehemalige Besitzer bereits den größten Teil des baufälligen Gebäudes mit behördlicher Genehmigung und reichlich Fördermitteln abgerissen hat, hat nun nach dessen Rückzug der neue Besitzer einen Antrag auf Abriss der Fassade gestellt“, erklärt Riccardo John vom Kreisbauamt Nordwestmecklenburg. So die Stadt nichts dagegen habe, stehe dem auch nichts entgegen, so der Sachbearbeiter. Im Hinblick auf den seit eineinhalb Jahren in Bearbeitung befindlichen Bauantrag für die Neuerrichtung eines Mietswohnhauses, gibt John einen Hinweis: Der jetzige Besitzer möge sich doch an den Alteigentümer wenden, da aufgrund fehlender Unterlagen der Bauantrag Ruhe.

Der alte Speicher hingegen ist ein größeres Sorgenkind der Stadt. „Hier sind uns die Hände gebunden, da von dem Gebäude keine Gefahr ausgeht“, sagt Gadebuschs Bauamtsleiterin Rommy Elßner. Der Besitzer aus Klempau bei Lübeck bietet das Objekt zum Verkauf an. Wobei er das laut Kreisbauamts-Sachbearbeiter Riccardo John, der selbst aus Gadebusch stammt, wohl schwerlich loswerden wird - das Gebäude steht aktuell noch unter Denkmalschutz.

Das sieht bei der alten Mensa hinter dem Gymnasium anders aus. Trotzdem gibt es hier seit Jahren Stillstand, steht das einst nach der Wende mit Mietwohnungen umgebaute Haus leer. „Das ist unser größtes Sorgenkind“, seufzt Bauamtsleiterin Elßner. „Seit Jahren haben wir dort mit Vandalismus zu kämpfen. Die Fenster, Türen, das Inventar, wie die Einbauküchen, alles ist zerschlagen und mutwillig zerstört worden.“ Sogar einen Brand habe es dort bereits gegeben. Hinzu kommt, dass dort illegal entsorgter Müll in der Vergangenheit zu einem Rattenproblem geführt hatte. Die Anwohner sind darüber zu recht „not amused“. Der Eigentümer, Gottfried Göhlert aus Bad Schwartau, war für eine Stellungnahme leider nicht erreichbar. Laut Riccardo John vom Kreisbauamt können von öffentlicher Seite her nur Sicherungsmaßnahmen getroffen werden, die dem Eigentümer dann in Rechnung gestellt würden. Bisher habe die Göhlert auch bezahlt. Wie es allerdings mit dieser Immobilie weiter geht, steht in den Sternen.

Zum Glück gibt es aber auch andere Beispiele in Gadebusch, wie das frisch sanierte, ehemalige Stasi-Gefängnis gegenüber dem alten Silo. Oder die Lückenbebauung in der Kurve Wismarsche Straße/Einmündung Steinstraße. Über solche Eigentümer sind die Bauämter laut eigener Aussagen hoch erfreut.

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erstellt am 11.Nov.2016 | 04:27 Uhr

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