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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

02. Dezember 2016 | 23:18 Uhr

Kastanien-ernte in Lützow : Die Nuss vom eigenen Baum

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Siegfried und Gundula Reichel schätzen ihre Esskastanien, die sie an Geschichten aus der Jugendzeit erinnern

Flammen bullern im Blechfass, auf einem Metalleinsatz darüber springen die Esskastanien – kaum etwas Schöneres kann sich Siegfried Reichel im Herbst vorstellen. Momente wie diese liebt er, wenn er mit seinem Schwiegersohn im heimischen Garten in Lützow die Zeit am improvisierten Röstofen verbringt. „Die Esskastanien sind ein wenig mehlig, dafür aber auch ganz schmackhaft“, sagt der 76-Jährige.

Aufmerksam verfolgte er die Berichterstattung in der SVZ über den „Baum mit den stacheligen Früchten“ in der Rubrik Haus & Garten. „Da stand drin, dass die Esskastanien nur Früchte tragen, wenn ein weiteres Exemplar der Edelkastanie in der Nähe steht. Bei uns ist das nicht der Fall“, meint Reichel mit Blick auf die Angaben des Botanischen Gartens der Universität des Saarlandes.

Mehrere Stiegen mit Esskastanien, die kleinen braunen Nüsse, habe er in diesem Jahr ernten können. „Die verteilten wir natürlich in unserer Familie“ sagt Reichel. An die 30 Kilogramm dürften das gewesen. Übrig blieben jetzt nur noch zwei Hände voll. „Na ja, wenn wir so im Garten stehen, dann rösten wir jedes Mal so 20 bis 30 Esskastanien“, verrät der Lützower.

Er freut sich mit seiner Frau Gundula alljährlich über die Blütezeit, auch dann, wenn die Blüten einen stärkeren Geruch ausströmen, meint seine Frau Gundula. „In der Krone sind reichlich Insekten unterwegs. Das starke Summen ist nicht zu überhören“, fügt Siegfried Reichel hinzu. Damit dürfte das Geheimnis der Bestäubung aus der anschließenden Fruchtausbildung gelöst sein. Wesentliche Voraussetzungen für eine Esskastanie ist die Fremdbestäubung und bei den veredelten Varianten das Vorhandensein eines weiteren Baumes.

Eine Esskastanie, die wollte der Lützower schon immer haben. „Vor dem Schloss in Kaeselow steht solch ein Baum. Als Jungs schacherten wir mit den Früchten, tauschten diese gegen andere Dinge ein, die wir haben wollten“, so Reichel. 50 Jahre und mehr sei das her. In Erinnerung an all die schönen Tage pflanzte das Paar 1990 ihre eigne Esskastanie vor dem Haus. Reichel erinnert sich: „80 Zentimeter war die hoch. Ein Bekannter hat sie uns gegeben. Heute schauen wir aufeinen sieben bis acht Meter hohen Baum.“ Der hat längst sein Blätterdach fallen lassen. Was bleibt ist bei Reichels die Vorfreude auf den Frühling, die Blütezeit und die Herbstfeuer, wenn über den Flammen die frischen Esskastanien springen. 

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erstellt am 24.Nov.2016 | 04:45 Uhr

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