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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

07. Dezember 2016 | 09:36 Uhr

Tarifstreit in Wismar : Die Luft wird langsam dünner

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Mitarbeiter des Sana Hanse-Klinkums erhöhen gemeinsam mit Gewerkschaft Verdi Druck auf Arbeitgeber im aktuellen Tarifstreit

Roter Protest am Montag vor dem Haupteingang des Sana Hanse-Klinikums: Gestern ließen etwa 40 Mitglieder des Pflegepersonals in ihrer Mittagspause 100 mit Helium gefüllte Luftballons in den Wismarer Himmel steigen. Angehängt waren Karten, auf denen die Fingerabdrücke von Mitarbeitern verewigt waren. „Gleichzeitig bereiten wir auch Warnstreiks vor. Die Arbeitgeber sollen endlich ihre Hinhaltetaktik aufgeben“,erklärt Ivo Garbe von der Gewerkschaft Verdi.

Es war die zweite Aktion der Mitarbeiter des Sana Hanse-Klinikums im aktuellen Tarifstreik. Die insgesamt rund 740 Beschäftigten, die Ärzte zählen nicht dazu, hatten am 31. Mai ihren Entgelttarifvertrag gekündigt. Die Pflegekräfte und Servicemitarbeiter fordern 6,1 Prozent mehr Gehalt. Der Arbeitgeber hat bis jetzt kein Angebot gemacht, will lediglich den noch aus Zeiten der Zugehörigkeit zur Damp-Krankenhausgesellschaft stammenden Haustarifvertrag in den Konzerntarif von Sana überführen. „Das wäre der zweite Schritt. Hier geht es erst einmal nur um den Entgelttarifvertrag und hier fordern wir erst einmal mehr Geld für alle“, so der Gewerkschaftsmann.

Die Tarifauseinandersetzung beim Sana Hanse-Klinikum Wismar steht nun vor einer Zuspitzung, da der Arbeitgeber sein Wort, bis zum 28. September ein entsprechendes Angebot zu unterbreiten, nicht eingehalten hat. Folgerichtig die gestrige Protestaktion unter dem Motto: „Es ist fünf nach 12“.

„Die Hinhaltetaktik der Arbeitgeber sorgt in der Belegschaft für wachsende Verärgerung. Dafür gibt es kein Verständnis“ sagt Verdi-Verhandlungsführer Garbe.

Heute Mittag findet die zweite Verhandlungsrunde der Tarifkommission statt. Sollte es da zu keiner Einigung in der seit Juni laufenden Entgeltverhandlung kommen, droht die nächste Stufe im Arbeitskampf: „Wir setzen alles dran, um eine Einigung in den heutigen Verhandlungen zu erzielen. Ansonsten werden Warnstreiks unvermeidlich“, bekräftigt Garbe. Neben dem Hanse-Klinikum betreibt Sana in Gadebusch und Grevesmühlen auch zwei Psychiatrische Tageskliniken in der Region. Derzeit sind mehr als 50 Prozent der Mitarbeiter bei Verdi organisiert.

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erstellt am 10.Okt.2016 | 21:00 Uhr

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