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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

11. Dezember 2016 | 12:53 Uhr

Schönberg : Die Feuerverzinker aus dem Norden

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Im Gewerbegebiet veredelt das Unternehmen Zinkpower Metallbauteile, die im In- und Ausland benötigt werden

Das wohl heißeste Bad Norddeutschlands ist in Nordwestmecklenburg zu finden. Dort hinein darf sich allerdings niemand wagen. Denn das Becken in einer Halle des Schönberger Gewerbegebietes ist mit 450 Grad heißem Zink gefüllt. Was dort hinein und veredelt wieder herauskommt, wird später auf Schiffen, in Windkrafträdern, im Fahrzeugbau oder in Bauwerken verwendet.

Das heiße Bad ist quasi das Herzstück des Schönberger Unternehmens Zinkpower, das sein Werk dort im Juni 2003 eröffnete. 19 Mitarbeiter arbeiten dort und tauchen nach mehreren Vorbereitungsstufen Tag für Tag Stahlbauteile in das Zinkbad. Zum Beispiel Geländer für ein Kreuzfahrtschiff der Aida-Flotte, Auflieger-Teile für die Trailer-Company Schmitz Cargobull oder veredeltes Baumaterial für die Landesgartenschau Eutin, die in diesem Jahr rund 500 000 Besucher anlockte.

Auch bei der Feuerbekämpfung hat das nordwestmecklenburgische Unternehmen quasi seine Finger im Spiel. Zinkpower veredelt Feuerlöschleitungen aus Metall, die an Decken und Wänden für Sprinkleranlagen installiert werden. „Diese Teile wurden bis nach Kuwait, in den Iran oder in die Vereinigten Arabischen Emirate geliefert. „Seit mehr als zehn Jahren gibt es dazu null Reklamationen“, sagt Zinkpower-Werksleiter Markus Schulz.

Auch Firmen aus Mecklenburg wissen die Qualität zu schätzen. So setzt zum Beispiel die traditionsreiche FMS Fahrzeugbau GmbH Hagenow seit Jahren auf die Veredelungskünste. Die Fahrzeugbauer lassen in Schönberg zum Beispiel Laderampen für ihre Trailer feuerverzinken und bauen so auf einen langfristigen Korrosionsschutz. „Inzwischen gibt es immer mehr Kunden, die mit klassischen Korrosionsschutz-Anstrichen nichts mehr zu tun haben wollen, sondern nur noch Verzinktes verbauen wollen“, so Werksleiter Markus Schulz. Nach seinen Angaben verfügt das Unternehmen über 263 Stammkunden. Es verstehe sich auch als Dienstleister für Privatleute, die zum Beispiel ihr Gartentor verzinken lassen wollen.

Dass das Feuerverzinken auch dabei hilft, alte Metallkonstruktionen nachhaltig zu bewahren und behutsam zu restaurieren, stellten die Schönberger am Drehort der Serie „Die Mädels vom Immenhof“ unter Beweis. Auf der dortigen Gutsanlage Rothensande sollten die mehr als 100 Jahre alten Sprossenfenster samt Rahmen wieder in einen Topzustand versetzt werden. Die Malenter Metallbaufirma Eichstedt, die dafür den Zuschlag erhielt, setzte dabei auf die Kompetenz des Schönberger Zinkpower-Teams.  

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erstellt am 27.Nov.2016 | 21:00 Uhr

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