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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

11. Dezember 2016 | 10:53 Uhr

Wismar : Die erste iPad-Klasse in der Region

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Modernste Unterrichtsmethoden halten an der Wismarer Brecht-Schule Einzug. Vorreiter in ganz Mecklenburg-Vorpommern

„Holt eure Hefter raus“, dieser generationsübergreifende Lehrersatz wird seit diesem Schuljahr an der Bertolt-Brecht-Schule Wismar durch die Aufforderung „Holt die iPads“ ergänzt. Die Regionalschule hat die ersten beiden iPad-Klassen in Westmecklenburg eröffnet und gehört damit zu den Vorreitern in Sachen moderner Unterrichtsmethoden in Mecklenburg-Vorpommern und ganz Deutschland.

Lehrer Bernd Wöhlbrandt ist Initiator und Koordinator des Projekts: „Neben der Regionalschule am Bodden in Neuenkirchen werden wir die zweite iPad-Schule in Mecklenburg-Vorpommern sein, die das Konzept einer 1:1-Lösung umsetzen.“ „1:1-Lösung“ bedeutet, dass jeder Schüler sein eigenes, privates Gerät täglich im Unterricht und auch zu Hause nutzt. Der Informatiklehrer musste die Kollegen nicht lange überzeugen, sich selbst der modernen Technik zu stellen: „Die Unterrichtsführung und -gestaltung bekommt bedeutend mehr Möglichkeiten. Das lohnt sich für die Schüler!“

Josie Krey (13) und Antonia Schreiber (12) zeigen ausschnitthaft, was das für den Unterrichtsalltag bedeutet. „Unsere Mathelehrerin kann uns das Aufgabenblatt direkt auf das iPad schicken, wir lösen dann da die Aufgaben und schicken sie zurück“, erklärt Josie. Die Lehrerin kann live auf dem Beamer erklären, genauso wie jeder Schüler sein iPad mit dem Beamer im Raum verbinden kann.

Vorträge multimedial vorbereiten, Fremdsprachentraining direkt mit Muttersprachlern übers Internet, Unterrichtsmaterialien werden in der „Cloud“ gespeichert, erklärende Videos oder Animationen gucken oder selbst erstellen oder eben zeitgemäßer Hausaufgaben machen mit einer Generation, für die das Smartphone längst wichtiger Teil des Alltags ist. „Das macht Spaß“, fasst Antonia das Wichtigste am Unterricht zusammen.

Zwei Jahre dauerten die Vorbereitungen. Die Lehrer wurden weitergebildet – wie funktioniert das iPad, was kann es, wie kann man damit den Unterricht bereichern? Schule und Schulamt mussten die technischen Voraussetzungen schaffen.

Dann die Frage an die Eltern der damals angehenden siebten Klassen: Wer würde mitmachen? „Womit wir nicht gerechnet hatten, war der Andrang auf die iPad-Klasse“, schmunzelt Schulleiterin Sylvia Upahl. Trotz der hohen Kosten - die Eltern müssen die gut 600 Euro für Gerät und Versicherung selbst aufbringen oder finanzieren. Der Schulverein hat für vier Familien iPads angeschafft und nun verliehen, damit auch diese Kinder mitmachen konnten. Von 49 Kindern, die zur siebenten Klasse an der Brecht-Schule angemeldet wurden, wollten 30 in die beiden iPad-Klassen. Statt einer Klasse wurden gleich zwei eröffnet, dazu eine „normale“ Klasse ohne die eigenen iPads.

Stift, Hefter, Tafel und Kreide bleiben im Klassenzimmer, auch im digitalen Unterricht. Sylvia Upahl: „Das iPad ist kein Ersatz für Hefteinträge, sondern vielmehr eine wertvolle Ergänzung, die den Schülern den Zugang zu aktuellen und komplexen Themen vereinfachen und gleichzeitig zum Weiterlernen motivieren soll.“


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