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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

25. September 2016 | 02:16 Uhr

Gadebusch : Der Traum vom normalen Leben

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Mädchentreff überreicht Spende an Anne Busack. Die 29-Jährige will Leukämie besiegen und bedankt sich bei vielen Spendern

Ein grüner „Smiley“ – ein Aufkleber mit einem Dauerlächeln – auf dem Umschlag mit Spendengeldern, er hätte kaum passender für Anne Busack ausgewählt sein können. Fröhlich sein, das ist ihr Motto. Zumindest all jene, die die Bäckereifachverkäuferin aus Dragun als solche oder als Gadebuscher Münzfee, Helga-Hahnemann-Double und Leiterin eines Tanzkurses kennen, würden keinen anderen Aufkleber wählen.

Ihr Lächeln hatte die 29-Jährige nach einer ärztlichen Untersuchung Anfang August verloren. Die Diagnose: Leukämie. Ein Schicksalsschlag.

Zahlreiche Freunde und Bekannte nehmen Anteil, sie spendeten nach einem Aufruf des Mädchentreffs. „Während des Herbstmarktes sammelten wir. Es beteiligten sich Firmen und Kinder an der Aktion“, sagt Jutta Ahrendt. Die Leiterin des Mädchentreffs überreichte gestern den Umschlag mit mehreren hundert Euro an Anne Busack. Jutta Ahrendt berichtet von Menschen mit Tränen in den Augen und viel Mitgefühl. „Der Herbstmarkt brachte 177,40 Euro. Des Weiteren spendete die Bäckerei Klug 40 Brote zum Verkauf – weitere 100 Euro kamen zusammen. Die Tanzgruppe legte 100 Euro von der Auszeichnung zum Jugendkulturpreis bei“, so Ahrendt. Unterstützung, die beinahe sprachlos macht: „Ich bin überwältigt, wie viele Menschen hier helfen“, sagt Anne Busack und bedankt sich bei allen Unterstützern.

Anfangs wünschte sich die 29-Jährige eine Perücke zum Kaschieren der Auswirkungen der Chemotherapie. Einen Kopfschmuck, für den die Krankenkassen nicht den vollen Beitrag übernehmen. Eine Haarpracht, die ihr ein Stück Lebensqualität sichern sollte.

„Heute, wo mir die Menschen sagen, dass mir das Kopftuch steht, brauche ich sie wohl nicht“, sagt die junge Frau. Zurückziehen, sich verbergen will sie nicht. Auch dann nicht, wenn die Krankheit und die ärztliche Versorgung wochenlange Klinikaufenthalte nach sich ziehen.

Um die junge Familie kümmert sich ihr Mann Jens. Auch er ist in den entscheidenden Wochen krank geschrieben, versorgt die zwei Kinder im Alter von vier und eineinhalb Jahren. Die Familie ist an der Belastungsgrenze. Und der Nachwuchs sieht ihre Mutter während der Klinikaufenthalte über Wochen nur aus der Ferne – nicht selten mit einem Mundschutz.

Hinter dem verbirgt sich glücklicherweise wieder ein hoffnungsvolles Lächeln. „Es gibt einen genetischen Zwilling. Meine Schwester kommt als Spenderin in Frage“, freut sich Anne Busack. Das sei wie ein Sechser im Lotto, sagt sie.

Heute beginnen die vorbereitenden Maßnahmen mit einem Ärzteteam in Hamburg. „Wenn die Stammzellentransplantation überstanden, Ruhe eingekehrt ist, dann wünsche ich mir einfach nur ein normales Leben. Ein paar wenige Wochen Zeit für einen Urlaub mit meinen Kindern und meinem Mann.“ Dafür möchte die Dragunerin die Spende einsetzen.

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erstellt am 22.Sep.2016 | 05:00 Uhr

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