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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

02. Juli 2016 | 02:12 Uhr

Energiewende in Gadebusch : Bürgerentscheid zum Windpark

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Linksfraktion und Bürgermeister wollen Einwohner bei der Landtagswahl über ein umstrittenes Projekt bei Gadebusch abstimmen lassen

Der geplante Bau von bis zu 200 Meter hohen Windkraftanlagen vor den Toren Gadebuschs sorgt weiterhin für Diskussionen. Während Investoren die Energiewende vorantreiben wollen und Landeigentümer auf Einnahmen hoffen, setzen Kommunalpolitiker nun auf den Willen der Bürger. So streben sie parallel zur Landtagswahl MV am 4. September einen Bürgerentscheid an. Sollte dieser stattfinden, wäre es das erste Mal seit der Wende, dass die Stadtvertretung eine Entscheidung direkt in die Hände der Bürger legt.

Schon am Montag, 7. März soll ein Beschluss in der Stadtvertretung auf den Weg gebracht werden, um dieses Vorhaben voranzutreiben. „Wir halten es für enorm wichtig und zutiefst demokratisch, die Meinungen der Bürgerinnen und Bürger zum Thema Windkraft einzuholen. Auch junge Leute ab 16 Jahren sollen darüber abstimmen können, ob sie einen geplanten Windpark in der Zukunft haben wollen oder nicht. Der Bürgerwille sollte zählen und über das Votum der Einwohner sollte sich auch nicht niemand hinweg setzen“, sagt der stellvertretende Fraktionschef der Linken, Thomas Konieczny.

Dass die Stadtvertretung am Montag erste Weichen dafür stellt, davon geht der Fraktionsvorsitzende der Gadebuscher Bürgergemeinschaft (GBG), Günter Blankenberg, aus. „Ich kann mir gut vorstellen, dass die Beschlussvorlage von der Mehrheit der Stadtvertreter abgesegnet wird“, sagt Günter Blankenberg. Er befürchtet, dass Gadebusch bei Errichtung eines geplanten Windparks Chancen im Tourismusbereich verspielen könnte. Stattdessen setzt die GBG bei der Energiewende auf Solarprojekte.

Gadebuschs Bürgermeister Ulrich Howest (SPD) steht dem Vorstoß der Linken ebenfalls positiv gegenüber. „Ich bin ein großer Freund der direkten Demokratie.“ Das Votum einer solchen Befragung habe Gewicht und sollte in Entscheidungsprozessen nicht unberücksichtigt bleiben.

In aktuell veröffentlichten Entwürfe des Regionalen Planungsverbandes Westmecklenburg ist derzeit eine 154 Hektar große Fläche als mögliches Windkraftareal ausgewiesen. Das Gebiet erstreckt sich vom Moosbauerngehöft über die B 104 bis zur Bahnlinie. Zehn bis 15 Windkraftanlagen könnten dort entstehen.

Im Internet ist der Entwurf zur Teilfortschreibung des Regionalen Raumentwicklungsprogramms Westmecklenburg einsehbar (bis 30. Mai 2016). Dort als auch postalisch können die Bürger sich zu den Planungen äußern. Im Internet: www.raumordnung-mv.de oder www.westmecklenburg-schwerin.de.

 

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erstellt am 04.Mär.2016 | 05:00 Uhr

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