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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

26. September 2016 | 00:32 Uhr

Nordwestmecklenburg : Bürgerbeteiligung soll Einzug halten

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Landrätin Kerstin Weiss kündigt an, dass die Einwohner des Landkreises über einen neuen Leitspruch für den Nordwesten abstimmen dürfen

Endlich ist es soweit: Direkte Bürgerbeteiligung soll in Nordwestmecklenburg Einzug halten. Und das auch noch bei so einer wichtigen Sache wie dem künftigen Leitspruch – neudeutsch: Slogan – des Landkreises. Das kündigt Kerstin Weiss jetzt an.

„Wir haben eine Wismarer Agentur damit beauftragt, ein neues Logo und einen neuen Slogan für den Landkreis zu entwickeln. Neun Vorschläge für einen Slogan haben wir nun vorgelegt bekommen“, sagt die Landrätin. Gemeinsam mit dem seit 2012 bestehenden Slogan „Nordwestmecklenburg ... wo die Seele lächelt“ sollen nun aus diesem Zehnerpack die gut 145  000 Einwohner des Landkreises darüber abstimmen dürfen, welcher ihnen am besten gefällt. Dies soll für die jüngeren und technikaffinen Bürger auf einer eigens eingerichteten Internetseite möglich sein, wer es lieber etwas altbacken hat, soll im monatlich vom Landkreis herausgegeben „Nordwestblick“ über die Möglichkeit der Stimmabgabe informiert werden.

„Das ist doch mal direkte Bürgerbeteiligung“, freut sich die Verwaltungschefin. Sie sei gespannt auf die Antworten und habe unter aus ihrer Sicht pfiffigen Varianten für sich selbst bereits einen Favoriten ausgemacht. Den wolle sie gegenüber den Medien allerdings noch nicht verraten, das stünde dann nur am nächsten Tag schon in der Zeitung. Denn offiziell soll das Projekt Bürgerbeteiligung in Sachen neuer Slogan erst im Oktober an den Start gehen. Ob das Volk auch über das neue Logo abstimmen darf, sei allerdings noch unklar. Beides – Entwicklung von Slogan und Logo – sollen erste Maßnahmen zur Entwicklung eines neuen einheitlichen Erscheinungsbildes des Landkreises und dieses wiederum der erste Schritt zur Realisierung des erst im Sommer verabschiedeten Leitbilds für Nordwestmecklenburg darstellen (SVZ berichtete). Das Leitbild war im Vorfeld heftig diskutiert worden. Vor allem, weil die Bürger des Landkreises nicht an dessen Entwicklung beteiligt worden waren. „Der Drops ist jetzt aber gelutscht“, sagt der Jurist der Kreisverwaltung, Yann-Christoph Collin.

Doch das soll ja nun alles anders werden. „Der Landkreis hat ja noch keine Erfahrung mit dieser Art von Bürgerbeteiligung. Das wird nun aber eine gute Gelegenheit zum Test“, sagt die Landrätin. Darüber hinaus arbeite man auch an einer neuen Internet- sowie einer Facebookseite für den Landkreis.

 

Kommentar des Autors: Ein netter Versuch
Der Leitbild-Drops ist also gelutscht.  Na ja, nun darf das Volk aber immerhin über den neuen Slogan des Landkreises abstimmen. Könnte also durchaus sein, dass es sich bald ausgelächelt hat. Logo weg, Slogan weg. So einfach geht das. Dabei ist diese Abstimmung über einen neuen Slogan nur Augenwischerei und Blendwerk, schon gar nicht direkte Bürgerbeteiligung. Denn die Meinung der Bürger soll nach Aussage der Landrätin lediglich  ein Votum für den Kreistag darstellen, der letztlich den neuen Leitspruch beschließen wird. Aber mal im Ernst: Wohlwollend formuliert ist das Ganze vielleicht ein netter Versuch für echte Bürgerbeteiligung, irgendwie niedlich. In meinen Augen ist das Ganze nicht mehr als eine Lachnummer. Denn in wirklich wichtigen Angelegenheiten wird der Bürger regelmäßig außen vor gelassen und beteiligt schon gar nicht.
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erstellt am 21.Sep.2016 | 04:45 Uhr

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