zur Navigation springen

Gadebusch-Rehnaer Zeitung

11. Dezember 2016 | 12:54 Uhr

Stadtbibliothek Rehna : Bücher, Café und Familienbrunch

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Bibliothekarin Rebekka Duge über die Chancen der Kulturarbeit unter dem Dach der Stadtbibliothek in Rehna

Eine Bibliothek ist mehr als ein Haus zum Ausleihen von Büchern. Die städtische Bücherei in Rehna demonstriert dies gerne und geht dabei neue Wege. Der erste Sonntagsbrunch im November war nicht allein etwas für Literaturhungrige. Ein Buffet, Schauspieldarbietungen und gut gelesene Geschichten von Rainer Rudloff erwiesen sich als eine erfolgreiche Kombination, die Lust auf einen Nachschlag macht. SVZ-Redakteur Volker Bohlmann sprach mit Bibliothekarin Rebekka Duge über Chancen und Möglichkeiten der Kulturarbeit der städtischen Einrichtung.

Der erste Sonntagsbrunch verlief erfolgreich. Gibt es eine Wiederholung?

Rebekka Duge: Ehrlich gesagt: Das weiß ich nicht. Es kommt ganz darauf an, ob ich eine gute Idee habe. Es war sehr schön, aber wir gucken mal. Von Folgen und Fortsetzungen halte ich nicht viel.

Eines lässt sich sagen: Wer das Rundumprogramm nicht gesehen und gehört hat, der hat etwas verpasst. Fest steht, Bücher können begeistern. Das war zu spüren. Dennoch: Hat das Buch in der digitalen Welt eine Chance?

Eindeutig ja. Ein Blick auf die Entleihungszahlen verdeutlicht dies. Im Kinderbuchbereich sind sie sogar signifikant gestiegen. Allein im Oktober lagen die Entleihungen um 200 über denen des Vorjahresmonats.

Noch einmal zurück zum Sonntagsbrunch mit Schauspiel und Lesung. Sind solche Veranstaltungen möglicherweise die Antwort auf unsere schnelllebige Zeit mit Informationsflut und teils oberflächliche Betrachtungen in der digitalen Welt?

Sagen wir, ein Teil unserer heutigen Welt.

Das hört sich jetzt ein weinig nach Nischenangebot abseits des Massengeschmacks an.

Sicherlich, aber es gibt zahlreiche Angebote. Alles sollte irgendwie seinen Platz haben. Familientage sind hier ein Beispiel.

Müssen Bibliotheken zukünftig neue Wege zum Gewinnen neuer Leserschaft gehen?

Neue Wege möchte ich das nicht nennen. Bibliotheken sind ein Meister der Anpassung an die Gesellschaft und die Wandlung, die sich darin vollzieht. Das betrifft die technische Entwicklung und die der Bevölkerungsstruktur. Zuwanderer spielen dabei eine Rolle und das sollte sich auch im Angebot solch eines Hauses widerspiegeln.

In mehrsprachiger Literatur?

Klar, einerseits geht es um Bücher. Andererseits sind moderne Bibliotheken Kommunikationsknotenpunkte in die Welt. Darüber hinaus wirkt sich ein Austausch zwischen Zuwanderern und Einheimischen hier in der Bibliothek bereichernd aus. Die jungen Menschen kommen auch, um hier besser Deutsch zu lernen.

Wie schaut es mit den Basisangeboten aus?

Über die Stadt hinaus sprechen wir Kindergärten, Schulen, Seniorenklubs und die Volkssolidarität an. Hier entwickeln sich Einzelveranstaltungen als auch längerfristige Projekte.

Bleiben die Angebote für Familien unter dem Dach der Stadtbibliothek?

Neben zahlreichen kleineren Lesungen und Treffen setzen wir auf Großveranstaltung. In welcher Form und mit welchen Inhalten auch immer.

Was ist aus dem Literaturcafé geworden?

Das gibt es noch. Erst am vergangenen Freitag fand eine neue Runde statt.

Wie groß ist der Zuspruch?

Es gibt einen Stamm von sieben Leuten, die regelmäßig dabei sind, darüber hinaus wechselnde Besucher. Unterm Strich sind wir immer eine Runde von zehn bis zwölf Literaturinteressierten.

Findet dort eine intensive Auseinandersetzung über Bücher, Genres und Themen statt?

Solch ein Treffen entwickelt sich unterschiedlich. Das finde ich spannend daran. Anfangs widmeten wir uns unserer Lieblingsliteratur. Daraus entwickelte sich die Idee, dass alle das gleiche Buch lesen, um zu schauen, wie wir es empfunden haben. Oder wir lesen von einem Autor unterschiedliche Bücher und betrachten diese.

Welcher Autor rückte ins Rampenlicht?

Leon de Winter, ein niederländischer Schriftsteller und Filmemacher. Sein neuestes Werk trägt den Titel „Geronimo“. Das Buch hat inhaltlich mit der Bin-Laden-Geschichte zu tun.

Was sagen sie zum Inhalt?

„Geronimo“ war der Codename des US-Einsatzes. Das Buch ist ein Polit-Thriller. Eine Geschichte, in der Bin Laden nicht erschossen, sondern festgenommen wird und dafür sein Doppelgänger ums Leben kommt. Das ist eine gewagte Annäherung an ein brisantes Thema, vermischt mit einem kräftigen Schuss Satire.

Was hält das kommende Jahr an Ideen und Angeboten bereit?

Die Ferienleseslust in den Sommermonaten und die Lesenacht dürfen nicht fehlen. Die Arbeitsgemeinschaft Bibliothek macht weiter. Hier schauen die Akteure hinter die Kulissen der Stadtbibliothek.

zur Startseite

von
erstellt am 01.Dez.2016 | 04:45 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen