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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

05. Dezember 2016 | 19:39 Uhr

Jens Hinrichs vom MC rehna : Benzin im Blut und siegeshungrig

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Jens Hinrichs ist derzeit der erfolgreichste Rennfahrer des MC Rehna

Acht Motorräder nennt Jens Hinrichs derzeit sein Eigen - sowohl Trial- als auch Crossmaschinen unterschiedlichster Hubraumklassen. Das liegt genau im Durchschnitt der letzten Jahre, in denen er immer zwischen sechs und zehn Zweiräder besaß. „Zwei davon sind aber nur für den Teterower Bergring vorgesehen. Eine, wenn rechts herum gefahren wird und eine, wenn es linksrum geht“, erklärt der gelernte Bautechniker. Diese beiden Maschinen mit der Startnummer 108 sowie 77 seiner wertvollsten Pokale hat der Rennfahrer in der Garage seines Vaters, der wie er selbst in Neuburg bei Wismar lebt, untergebracht. „Es soll ein Dankeschön sein und ihn erfreuen“, sagt Jens Hinrichs, der 1970 im Alter von drei Jahren mit dem Motorradfahren begann. „Mein Vater hat uns an die Sache herangeführt, mit selbst gebauten, kleinen Mopeds. Die Räder stammten von Sackkarren“, erinnert sich Hinrichs. Mit „uns“ meint er seinen Bruder, der allerdings nach der Wende mit dem Motorradsport aufgehört hat.

Damit begann die steile Karriere des Neuburgers, der aktuell der erfolgreichste Fahrer des MC Rehna ist. „Zuerst war ich ja beim MC Wismar organisiert, erreichte dort 1974 meine erste Kreismeisterschaft im Motorrad-Trial“, erklärt der heut 49-Jährige. Das gipfelte 1989 im Gewinn der DDR-Meisterschaft in dieser Motorsportdisziplin. Gleichzeitig fuhr er zu dieser Zeit bereits die ersten Enduro-Rennen in der Klasse bis 100 Kubikzentimeter auf seriennahen Leichtkrafträdern der Marke Simson S70. Mit der Wende wechselt Jens Hinrichs gänzlich ins Enduro-Lager über und kommt so immer mehr in Kontakt mit dem MC Rehna. „Ja, es gab da früher zu DDR-Zeiten schon eine ganz schöne Rivalität und wir vom kleineren Club aus Wismar freuten uns immer, wenn wir dem großen Rehna eins auswischen und uns vor ihnen platzieren konnten“, plaudert der Motorradsportler aus dem Nähkästchen. „Aber wenn man im Motocross oder Enduro nach vorn will, kommt man am MC Rehna nicht vorbei. Die haben da was ganz Einmaliges geschaffen, allein schon wegen der Trainingsmöglichkeiten, der ganzen Organisation“, begründet Hinrichs seinen Wechsel zum Verein in die Klosterstadt. Anfangs wurde er noch von seinem Wismarer Verein dorthin delegiert. „Ich war der erste Fahrer aus einem anderen Verein, der für die Mannschaft des MC Rehna Rennen fahren durfte“, berichtet Hinrichs stolz.

Durch diese Symbiose purzelten dann nur so die Erfolge: 14 Landesmeistertitel, der Gewinn von zehn ADMV-Meisterschaften in Folge, Hinrichs holte zehn WM-Punkte beim Großen Preis für Deutschland. Darüber hinaus nahm er an drei 6-Tage-Rennen im Enduro-Sport teil – in Neuseeland, Chile und der Slowakei sowie bei einem Six-Days-Trial in Schottland.

„Mein großer Traum war aber immer der Teterower Bergring. Da mal mitzufahren“, kommt Jens Hinrichs ins Schwärmen. 1996 war es soweit: Der erste Start bei diesem legendären Rennen. „Es hat aber 19 Jahre gedauert, bis ich das mal gewinnen konnte“, sagt der Altmeister. Und nach dem Sieg 2014 folgte ein Jahr später der zweite. Dieses Jahr wurde die Veranstaltung wetterbedingt ohne Wertung abgebrochen. „Mit 21 Starts bin ich dort aber Rekordnationalteilnehmer“, verkündet Hinrichs stolz. Nächstes Jahr, wenn er 50 wird, will er das mit den Rennen sein lassen.

Ach ja: Ordentliches Mitglied beim MC Rehna ist der Neuburger erst seit dem Jahr 2000. Trotzdem hofft er nach seinem Karriereende auf eine Ehrenmitgliedschaft in diesem erfolgreichen Traditionsverein.

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erstellt am 15.Nov.2016 | 21:00 Uhr

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