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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

05. Dezember 2016 | 11:29 Uhr

Amtsgericht Wismar : Auftakt im Brandstifter-Prozess

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Nach einem Geständnis streitet ein ehemaliger Rütinger Feuerwehrmann vor Gericht Taten ab und erhebt Vorwürfe gegen die Polizei

Vor dem Amtsgericht Wismar hat der Prozess gegen den mutmaßlichen Brandstifter von Rüting begonnen. Die Staatsanwaltschaft Schwerin wirft dem jungen Mann vor, fünf Brände zwischen Mai und Juli dieses Jahres gelegt und einen Schaden von mehr 100 000 Euro verursacht zu haben. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der damals Heranwachsende die Brände als Mitglied der Feuerwehr Rüting mitlöschen und dabei den „Frust, den er in seinem Ausbildungsbetrieb angestaut hatte“ abbauen wollte.

Während der junge Mann die Taten bereits während einer Polizeivernehmung offenbar einräumte, stellt er nun im Gerichtssaal klar: Für vier der fünf vorgeworfenen Straftaten will er nicht verantwortlich gewesen sein. „Ich war es nicht“, so der Angeklagte. Gleichzeitig erhob er Vorwürfe gegen die Polizei während einer Vernehmung auf dem Revier: „Ich bin unter Druck gesetzt worden.“ Als ihm das gereicht habe und weil er so etwas nicht kannte, habe er dann gesagt: „Ja gut, ich war es. Lasst mich in Ruhe.“ Zweimal habe er zuvor vergeblich um einen Anwalt gebeten.

Dem Gericht liegt die damalige Aussage des jungen Mannes bei der Polizei vor. Sie umfasst 21 Seiten, auf denen die Tatvorgänge detailliert nachzulesen sind. Den Inhalt will er sich damals ausgedacht haben, „wie es vielleicht gewesen sein könnte.“

Das Gericht will nun klären, ob der inzwischen 20-jährige Mann während der Vernehmung auf dem Polizeirevier unangemessen unter Druck gesetzt und ob möglicherweise verbotene Vernehmungsmethoden angewandt wurden. Anfang Januar wird es dann einen Fortsetzungstermin der Hauptverhandlung geben. Bis dahin solle der Angeklagte auf Anraten des Gerichtes aber Folgendes bedenken: Es gab einen GPS-Sender an seinem Wagen, Funkzellendaten seines Mobiltelefons, ein Geständnis bei der Polizei und eine „absolut symmetrische Tatbegehung“: Immer montags und immer im gleichen Zeitraum gab es die Brände in und um Rüting.

Durch die Flammen wurden damals unter anderem 600 Strohballen eines Agrarunternehmens, mehrere Fahrzeuge, Anhänger und eine Carportanlage zerstört. Die Brandserie hatte die Menschen in Angst und Schrecken versetzt. Nur durch Glück wurde niemand verletzt.

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erstellt am 10.Nov.2016 | 21:00 Uhr

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