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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

02. Oktober 2016 | 00:20 Uhr

Rosenhagen : Aufräumen nach dem Großfeuer

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Vierter Brand auf dem Recyclinghof Gollan und kein Anhaltspunkt zu den Brandursachen. Schaden in zwei Jahren rund 1,5 Millionen Euro

Feuchte, rauchige Luft erschwert das Atmen in Höhe des kleinen Ortes Rosenhagen bei Lützow. Mit schwerer Technik und Atemschutzmasken bahnen sich am westlichen Ortsrand Mitarbeiter, Hilfskräfte und Feuerwehrleute auf der Suche nach Glutnestern den Weg durch Berge von Sperrmüll. Knapp zwölf Stunden nach dem Brand von Mittwochabend (SVZ berichtete) laufen auf dem Firmengelände des Recyclinghof Gollan die Aufräumarbeiten.

Es ist mittlerweile der vierte Großbrand und der dritte innerhalb eines Jahres, den das Unternehmen Gollan verbucht. Eine schmerzliche Erfahrung, wie Annekathrin Schmidt, Assistenz der Geschäftsleitung, betont: „Das ist eine Katastrophe, eine Belastung für die Anwohner, ein Imageschaden für das Unternehmen.“ Seit dem letzten Vorfall habe man die Technik erneuert, sicherheitsrelevante Systeme installiert. „Das Sicherheitssystem beinhaltet Kontrollgänge von Mitarbeitern sowie einen elektronischen Brandmelder“, sagt Schmidt. All das hat nichts genutzt. Am Mittwochabend gegen 19.20 Uhr wurden laut Polizei die Wehren des Amtes Lützow und die Feuerwehr Gadebusch zur Brandbekämpfung alarmiert. Spekulationen, wonach bereits gegen 16.30 Uhr Rauchsäulen empor gestiegen sein sollen, weist der technische Leiter Bodo Scherbarth zurück: „Bis 16.45 Uhr war ich persönlich im Betrieb.“ Gegen 18 Uhr habe sich nach seiner Kenntnislage ein Punktbrand entwickelt. „Die Erstbekämpfung erfolgte mit unserer Löschtechnik. Aufgrund der Wetterlage und des starken Windes hat sich das Feuer schnell ausgebreitet.“ Folglich wurden die Feuerwehren alarmiert. Alles habe soweit reibungslos geklappt. Der zunehmende Wind fachte das Feuer weiter an. Dicke Rauchwolken zogen daraufhin über Rosenhagen in Richtung Schwerin. Die, die mittendrin waren, mussten sich Augen und Nase schützen.

Der ABC-Erkundungstrupp des Kreisfeuerwehrverbandes kam zum Einsatz. „Es hatten sich durch den Rauch Schadstoffe gebildet, die jedoch zu keiner Zeit eine Gefährdung für die Bevölkerung darstellten“, so die Polizei. Die Bevölkerung wollte man darüber nicht im Unklaren lassen, meint Lützows Wehrleiter Reiner Maas: „Wir haben die Anwohner über Lautsprecher darüber informiert und gebeten, dass sie dennoch Fenster und Türen geschlossen halten.“

Über die Brandursache auf dem zirka 250 Quadratmeter großen Lagerplatz gibt es wilde Spekulationen. Die reichen von Brandstiftung über heiße Entsorgung und Selbstentzündung. „Was genau der Auslöser war, können wir zur Stunde nicht sagen. In jedem Fall haben wir die Kriminalpolizei hinzugezogen“, sagt Schmidt. Dass sich das Unternehmen des Sperrmülls entledigen wollte, weist sie deutlich zurück. Das sei absurd, denn der entstandene Schaden sei wesentlich größer. „Alles, was hier lagert, muss nun als Sondermüll entsorgt werden. Das kostet viel Geld.“ Hinzu kommen die Einsatzstunden der mehr als 130 Feuerwehrleute, Technik und Ausrüstungsgegenstände der zwölf im Einsatz befindlichen Feuerwehren. Ein Ende der Schicht ist nicht in Sicht: „Wir müssen davon ausgehen, dass wir mindestens noch 24 Stunden zum kompletten Ablöschen benötigen“, sagt Lützows Wehrführer Reiner Maas. Die Feuerwehren des Amtes Lützow teilen sich unterdessen den Dienst. Während die Brandschützer aus Zickhusen, Alt Meteln und Klein Trebbow vor Ort sind, laufen in Lützow und umliegenden Orten die Vorbereitungen für die nächste Brandwache. Die Untersuchungen zur Brandursache dauern an. Ergebnisse über die vergangenen zwei Feuer auf dem Recyclinghof liegen zur Stunde nicht vor. Mit den Bränden zu Pfingsten und im August 2013 beläuft sich der Schaden nach SVZ-Informationen auf rund 1,5 Millionen Euro.


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erstellt am 19.Jun.2014 | 21:30 Uhr

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