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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

05. Dezember 2016 | 19:39 Uhr

Nach Auftakt in Thandorf : Auch Utecht will Schräggatter

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Bürgermeister Andreas Spiewack will das Thema auf die Tagesordnung setzen. Pogeez ermutigt Kommunalpolitiker zu diesem Schritt

Nach Thandorf denkt nun auch die Gemeinde Utecht über die Installation von Schräggattern am Ortseingang nach, um Raser mit einem Psychotrick auszubremsen. „Ich werde das Thema bei der nächsten Gemeindevertretersitzung auf die Tagesordnung setzen“, kündigt Utechts Bürgermeister Andreas Spiewack gegenüber der SVZ an. Nach seinen Angaben könnte das Gatter am südöstlichen Ortseingang von Thandorf kommend aufgestellt werden.

Utechts Bürgermeister ist davon überzeugt, dass sich solche Schräggatter durchsetzen werden. Und er stellt klar: „Aus meiner Sicht sind sie alles andere als eine Provinzposse.“ Damit geht Spiewack auf Distanz zu Experten, die die Sinnhaftigkeit solcher Gatter in Zweifel ziehen und sie eher als zusätzliche Gefahrenquelle für Verkehrsteilnehmer sehen.

Im benachbarten Kreis Herzogtum Lauenburg stehen bereits in mehreren Orten solche Schräggatter. Beim Bau dieser Gatter packte zum Beispiel der dortige Kreispräsident und ehemalige schleswig-holsteinische Landtagsabgeordnete Meinhard Füllner (CDU) mit an. Heute steht sein Werk gegen Raserei am nördlichen Ortseingang von Pogeez. Füllners Erfahrung: „Diese Schräggatter, die nach strengen Vorschriften des Landesstraßenbauamtes von uns gefertigt wurden, haben einen zusätzlichen Effekt: Kraftfahrer treten stärker auf die Bremse. Diesen Eindruck haben wir.“

Auch der stellvertretende Pogeezer Bürgermeister, Mike Larisch, spricht von positiven Erfahrungen. Nach seinen Angaben sollen nun auch am südlichen Ortseingang von Pogeez die Schräggatter installiert werden. An die Nachbar-Gemeinden in Mecklenburg richtet Larisch diese Botschaft: „Als Gemeindevertreter würde ich es favorisieren, dass so etwas gebaut wird.“

Die Gemeinde Thandorf hatte einstimmig beschlossen, solche Gatter an zwei Ortseingängen aufstellen zu wollen. Die optische, aber nicht tatsächliche Verengung der Fahrbahn soll bei Kraftfahrern den emotionalen Moment auslösen, den Fuß vom Gaspedal zu nehmen. „Die Gatter finden sich außerhalb des Landes MV in nahezu allen Bundesländern an Ortseingängen vieler Gemeinden. Sie wurden nach reiflicher Überlegung installiert und erzielten ausnahmslos das gewünschte Ergebnis“, sagt Thandorfs Bürgermeister Wolfgang Reetz.

Die kleinste Gemeinde Nordwestmecklenburgs ist bei der Umsetzung ihrer Pläne auf die Mitwirkung des Landkreises als Straßenbaulastträger angewiesen. Denn er muss gestatten, dass der Straßengrund der K5 zur Aufstellung der weiß lackierten Schräggatter genutzt werden darf.

Der Entwurf eines Nutzungsvertrages ist bereits zu Papier gebracht worden. Noch gestartet werden muss allerdings ein Verwaltungsverfahren. „Da dieses Verfahren durch die Gemeinde noch durchzuführen ist, ist zu diesem Zeitpunkt noch keine Stellungnahme möglich. Dafür bitten wir um Verständnis“, sagte gestern Kreis-Pressesprecherin Petra Rappen.

Von top bis Flop

Für Diskussionen sorgen die Schräggatter-Pläne von Thandorf auch in den sozialen Medien.  Dabei gehen die Meinungen von SVZ-Lesern  weit auseinander. Während zum Beispiel Marko Knezevic von einer tatsächlich guten Idee spricht, empfehlen andere Facebook-Nutzer, doch lieber ein Plastikreh an den Straßenrand zu stellen. Frank Niemann wiederum warnt davor, dass solche Schräggatter „wieder was zum Gegenbrettern“ wären.

SVZ-Leser Arthur Mogger  unkt bereits, dass „das Schweriner Verkehrsministerium mindestens ein über mehrere Jahre dauerndes Gutachten in Auftrag geben wird. Die dafür notwendigen hunderttausende von Euro sollten umgehend noch in die Koalitionsverhandlungen mit eingebracht werden.“

 

 

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erstellt am 30.Sep.2016 | 21:00 Uhr

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