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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

01. Oktober 2016 | 22:38 Uhr

Debatte um Strassenbau : Asphalt statt Schotterpiste

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Kaeselowerin Anke Svenßon wünscht sich auch Förderung von kleinen Straßen

„Wenn ich tagtäglich zur Arbeit fahren, dann frage ich mich, ob der aktuell und insgesamt umfangreiche Straßenbau auf der B 104 schon wirklich notwendig war“, sagt Anke Svenßon. Die Kaeselowerin hat nichts gegen gute Straßen, findet aber, dass es weitaus dringlichere Erneuerungsarbeiten am Straßennetz gibt. Sie wendet sich an den heißen Draht der SVZ: „Der Radweg in Richtung Kaeselow war eigentlich noch gut und wurde erneuert. Auf der B 104 konnte ich keine Schlaglöcher in Richtung Schwerin feststellen. Warum jetzt dieser Aufwand?“ Nicht zuletzt seien die zahlreichen Baustellen zwischen Friedrichsthal bis hinter Gadebusch auf der B 104 durchaus für die Autofahrer ein gewisse Geduldsprobe.

Guido Wunrau, Sachgebietsleiter beim Straßenbauamt, versteht derlei Anliegen, sieht allerdings einen Handlungsbedarf für das Straßenbauamt: „Die Verkehrssicherheit ist das Maß der Dinge. Folglich prüfen wir das Straßennetz mit spezieller Messtechnik, schauen nach Spurrillen und Rissen. Die Ergebnisse tragen wir in eine Zustandskarte ein. Der Streckenabschnitt der B 104 zwischen Schwerin und Lützow trägt die Kategorie Rot. “ Bei einer Benotung zwischen eins und fünf bedeutet dies für die Strecke Lützow 4,5 bis 5 – dringender Handlungsbedarf.

Wunrau verweist auf Spurrillen, worin das Wasser stehe, nicht ablaufen kann und bei Rissbildung in den Straßenkörper eindringe. „Das kann die Tragschichten schädigen und sehr umfangreiche Erhaltungsmaßnahme nach sich ziehen“, sagt der Sachgebietsleiter. Folglich sei es sinnvoll, im Abständen von zehn bis 15 Jahren die Deckschicht zu erneuern. Das passiere beispielsweise auf dem Abschnitt nach Lützow, während auf der Umgehungsstraße Gadebusch umfangreiche Erneuerungen laufen, der Unterbau mit saniert werde. „Dort dürften jedem Autofahrer die Absätze aufgefallen sein“, sagt Wunrau. Die Maßnahmen an der B 104 werde man in diesem Jahr vollständig abschließen. Der Bund stelle umfangreich Finanzmittel zur Verfügung. Das ermögliche solche Erhaltungsarbeiten.

Anke Svenßon und ihre Nachbarn wünschten sich ein ähnliches Engagement auf kommunaler Ebene: „Während auf den Bundesstraßen die Sanierung läuft, schauen wir weiterhin auf die Schotterpiste vor unseren Häusern.“ Kaeselow sei ein Stiefkind. Mehrfach habe man den Bürgermeister der Kommune angesprochen, sogar einen Brief geschrieben und auf den Wegezustand hingewiesen. Gemeindeoberhaupt Tino Waldraff kennt die Problematik: „Prinzipiell haben wir ein Interesse am Ausbau von Anliegerwegen. Ohne Fördermittel lassen sich solche Projekte in der Gemeinde nicht realisieren.“ Lützow werde an derartigen Projekten festhalten. Ein unkompliziertes Umlenken von Fördergeldern des Straßenbauamtes auf die Kommune, wie es sich zahlreiche Bürger wünschen, ist allerdings nicht möglich.

 

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erstellt am 23.Sep.2016 | 05:00 Uhr

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