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Bützower Zeitung

06. Dezember 2016 | 11:14 Uhr

Bernitt : Zurück ins Mittelalter

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Eine kleine Kirchenreise (Teil 3): Ein Gotteshaus, das historischen Stil bewahrt hat

Wie viele andere Kirchen auch wurde die Kirche Bernitt erstmals 1233 erwähnt. Nachweislich ist das Chorhaus das älteste Gebäude der Kirche. Dies konnte durch Kohlenstoffdatierung im Holz festgestellt werden. Um 1302 folgte das Schiff, 1434 der Glockenturm.

Die Kirche in Bernitt hat, im Gegensatz zu vielen anderen Kirchen in der Umgebung, den typisch mittelalterlichen Stil beibehalten. So finden sich an der Decke noch symbolische Gewölbemalereien, die zwischen 1300 und 1350 entstanden sind. Thema sind unter anderem die sieben Todsünden – Hochmut, Geiz, Zorn, Neid, Faulheit, Völlerei und Wollust. Ebenfalls erhalten sind Bildnisse von Jesus’ Passionsgang, der Auferstehung und dem Jüngsten Gericht. All diese Themen haben die mittelalterliche Gesellschaft stark geprägt. Auch weitere Ziermalungen und der Taufstein sind mittelalterlicher Natur und spiegeln das Kirchenbild wider.

Eine weitere Besonderheit befindet sich im Glockenturm der Kirche, zu dem eine 13 Meter lange Doppelbalkenleiter führt. Denn in dem Turm ist neben zwei Bronzeglocken aus der Gegend auch eine Eisenglocke angebracht. Sie wurde von einem Bauern namens Hogrefe gestiftet, im Andenken an seine verstorbene Frau und die beiden im Zweiten Weltkrieg gefallenen Söhne. „Es ist doch beeindruckend zu sehen, wie ein Mann statt Gott und das Leben zu hassen, der Kirche so ein Geschenk macht“, sagt Dr. Steffen Daebeler, Mitglied des Kirchenrates, der sich viel mit der Bernitter Kirche beschäftigte und sogar ein Buch darüber verfasste. Daebeler erklärt auch den Stil der Fenster, die den Wechsel in der Kirchengestaltung bezeugen. Von außen seien sie mit gotischer Spitze versehen, innen romanisch rund.
„Was mich sehr begeistert, ist, dass unsere Kirche so schön hell ist“, so Daebeler. Das finde auch die Kirchengemeinde, die alle elf Tage den Gottesdienst feiert.

Bemerkenswert ist auch der gotische Flügelaltar. Wie die Kirche ist er mittelalterlicher Herkunft. Er zeigt verschiedene detailliert gearbeitete und bemalte Figuren von Heiligen, dargestellt mit jeweils ihren Attributen. Zum Beispiel Petrus mit dem Schlüssel und Johannes mit dem Kelch.

Außerdem finden sich in der Kirche ein Geldschrank, ein katholischer Sakramentschrank in dem sich Brot und Wein befanden und drei Kredenznischen, in denen die während des Gottesdienstes verwendeten Utensilien aufbewahrt wurden.

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erstellt am 13.Okt.2016 | 12:00 Uhr

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