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Bützower Zeitung

08. Dezember 2016 | 15:18 Uhr

Bützow : Wilde Gefahr auf den Straßen

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Bereits 160 Zusammenstöße mit Tieren in den vergangenen zwei Monaten

Die dunkle Jahreszeit ist da. Damit steigt auch die Gefahr von Wildunfällen. Vor allem, wenn am 30. Oktober die Sommerzeit endet und die Uhren um eine Stunde zurückgestellt werden, verstärkt sich der Feierabendverkehr gerade in der Dämmerung. Genau dann seien aber auch die Wildtiere besonders aktiv: Sie würden bei Einbruch der Dämmerung ihre Deckung verlassen und auf Nahrungssuche gehen, sagt Ursula Hansen von der Unteren Jagdbehörde des Landkreises Rostock. Die Polizeiinspektion Güstrow registrierte in diesem Jahr bisher 1436 Wildunfälle. In den vergangenen zwei Monaten kam es dabei allein zu 160 Wildunfällen im Landkreis, sagt Polizeihauptkommissar Gert Frahm von der Güstrower Polizei.

„Die durchschnittliche Zahl von Wildunfällen im Landkreis ist gleichbleibend hoch“, sagt Ursula Hansen. Rehwild sei aktuell besonders betroffen, aber auch Füchse. „Seit August sind die Jungfüchse allein unterwegs“, weiß sie. Zudem würde jetzt Schwarzwild, also Wildschweine, verstärkt die Straßen queren, da die großen Maisflächen größtenteils abgeerntet seien. Im Jagdjahr 2015/16 registrierte allein die Untere Jagdbehörde des Landkreises 574 Stück Rehwild, 100 Stück Schwarzwild, sieben Stück Rotwild sowie sieben Stück Damwild als Unfallopfer auf den Straßen des Landkreises. Hinzu kommt eine größere Anzahl von getötetem Niederwild. „Zudem ist der Anteil der verunfallten Frischlinge sehr hoch“, sagt Ursula Hansen. Unfallschwerpunkte seien die Strecke von Güstrow nach Glasewitz, von Matgendorf nach Laage, von Penzin nach Jürgenshagen sowie die Strecke von Bützow nach Tarnow.

Für den letztgenannten ist Berthold Finck als Jäger zuständig. Zwischen fünf und sieben Mal im Jahr wird er, meist nachts oder sehr früh morgens, zu einem Wildunfall gerufen. „Längst nicht jedes getötete Tier wird gefunden“, so Finck. „Viele Autofahrer lassen das Tier einfach im Graben liegen, wenn ihr Auto fahrtüchtig bleibt oder sie keine Wildunfall-Bestätigung für die Versicherung von offizieller Seite benötigen.“ Und hin und wieder käme es auch vor, dass ein kundiger Fahrer das getötete Wild mitnehme. Dabei seien Unfalltiere für den menschlichen Verzehr nicht mehr geeignet, sagt Ursula Hansen.

Finck sieht eine Mitschuld der Autofahrer bei Wildunfällen. „Sie fahren häufig unvorsichtig und ignorieren Warnhinweise bezüglich Wildwechsel. In jeder Sekunde muss man gerade darauf gefasst sein“, sagt Finck. Das Damwild stehe teilweise in den Straßengräben, um dort salzhaltige Pflanzen zu fressen. Besonders dort, wo Deckung am Straßenrand sei, rät Finck zur Vorsicht.

„Bei einem Wildunfall sofort die Polizei informieren“, sagt Ursula Hansen. Wenn das angefahrene Tier noch lebt und am Unfallort liegt, ist die Polizei für die Tötung zuständig. Eine eventuelle Nachsuche von geflohenen, verletzten Tieren erfolge durch die jeweils zuständigen Jäger. Um die Zahl der Wildunfälle im Landkreis zu reduzieren werde versucht, über die Abschussplanung die Wildbestände in bestimmten Bereichen zu reduzieren.

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erstellt am 12.Okt.2016 | 21:00 Uhr

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