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Bahnübergang in Werle : Tödlicher Unfall gibt Rätsel auf

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Autofahrerin stößt trotz geschlossener Halbschranke mit einem Zug zusammen und wird über 500 Meter mitgeschleift

Eine Autofahrerin stieß am Montagabend trotz geschlossener Halbschranke am Bahnübergang Werle, Gemeinde Kassow  (Landkreis Rostock), mit einem Zug  zusammen und wurde in ihrem Wagen rund einen Kilometer weit mitgeschleift. Der Lokführer hatte das Auto  zwar gesehen und kurz vor dem Aufprall noch die Notbremse gezogen.  Mit einer Geschwindigkeit von rund 160 Stundenkilometern   konnte ein Zusammenstoß nicht verhindert werden. Die Frau starb noch am Unfallort, 140 Zugpassagiere blieben unverletzt. Ein Hubschrauber habe die Unfallstelle abgeflogen, um sicherzustellen, dass keine weiteren Insassen im Auto waren. Von der Deutschen  Bahn hieß es, die Schranke am Bahnübergang sei nicht beschädigt gewesen.

Der Zugverkehr kam auf der Strecke Rostock-Bützow-Bad Kleinen zeitweise zum Erliegen. Die Strecke wurde gestern früh wieder freigegeben, wie ein Sprecher der Deutschen Bahn AG sagte. Reisende von Rostock nach Schwerin und Hamburg mussten  Verspätungen in Kauf nehmen. Der Zugverkehr wurde während der Sperrung auf die längere  Ausweichroute von Rostock über Güstrow nach Bad Kleinen umgeleitet. 

Der tödliche Unfall  stellt die Verkehrsermittler der Polizei derzeit noch vor viele Fragen. Die Ursache für das Unglück konnte bisher  noch nicht geklärt  werden. „Wir hoffen, dass wir so schnell wie möglich Gewissheit über den Sachverhalt bekommen“, sagt Gert Frahm von der Polizeiinspektion Güstrow. Fest stehe nach ersten Ermittlungen, dass die Halbschranken geschlossen waren und die Ampel rot anzeigte. Darüber hinaus  soll es sich um eine junge Frau aus der Region Sternberg handeln. Warum sich der Wagen aber auf dem beschrankten Bahnübergang befand  und  ob er beim Unfall stand oder fuhr, werde derzeit überprüft.

Auch Hans Joachim Lang,  Bürgermeister der Gemeinde Kassow, beschäftigt das Unglück. „Ich kann mir nicht erklären, wie der Unfall zustande gekommen ist“, sagt er. „Ich nehme an, dass es menschliches Versagen war. Entweder war die Person unter Zeitdruck, wollte sich das Leben nehmen oder es gab einen technischen Defekt am Fahrzeug“, fasst Hans Joachim Lang seine Mutmaßungen zusammen.

Die Autofahrerin war auf der Kreisstraße 14 von Bützow nach Schwaan Richtung Rostock unterwegs. Die Gleisführung von Bützow aus sei kurvenreich und vom Bahnübergang sei der ankommende Zug nicht sofort zu sehen, gibt Hans Joachim Lang zu bedenken. „Wenn aber  die Ampel rot zeigt und die Schranken unten sind, dann wird dem Autofahrer signalisiert, zu halten.“   Zudem werde die Schrankenanlage regelmäßig gewartet, ein  technischer Defekt läge dort nicht vor.

In solchen Situationen  sei er froh, dass genügend Kameraden der Feuerwehr Kassow  vor Ort waren und gemeinsam mit der Schwaaner Wehr helfen konnten, die über einen Kilometer verteilten Wrackteile und den Leichnam der Frau zu bergen, sagt Kassows Bürgermeister. 

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erstellt am 22.Sep.2015 | 07:32 Uhr

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