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Bützower Zeitung

08. Dezember 2016 | 12:56 Uhr

Langen Trechow : Stein für Stein zu neuem Glanz

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Christian Schierning saniert nach dem Pferdestall nun auch den alten Kornspeicher / Historisches Material findet dabei Verwendung

Die Sonne steht hoch über dem alten Kornspeicher in Kurzen Trechow. Jetzt nutzen die Bauarbeiter noch einmal jede sich bietende frostfreie Zeit, um die Arbeiten an dem denkmalgeschützten Gebäude fortzusetzen. Bauherr Christian Schierning hofft, dass er sie noch in diesem Jahr vollenden kann. „Durch den Wintereinbruch Anfang November fehlen uns fast zehn Tage“, sagt Schierning.

Seit April baut er nun schon an dem rund 18 Meter hohen historischen Gebäude. „Nach den beiden Bauabschnitten im benachbarten Pferdestall ist das der dritte, den wir mit dem Rohbau des Kornspeichers umsetzen“, erklärt der 53-Jährige. Es habe nichts mit wirtschaftlichen Überlegungen zu tun, dass er sich dieser Mammutaufgabe stellt, sagt der Familienvater. Vielmehr mache er das für die Kinder und nachfolgende Generationen. „Das hier ist was Bleibendes, auch für das Dorf“, sagt Schierning. Nichts überlässt er dabei dem Zufall.

Es zeigte sich, dass Teile des Speichers erheblich abgesackt sind, das Mauerwerk an vielen Stellen gerissen war. Der Grund: Das gesamte Entwässerungssystem rund um das Gebäude stimmte nicht mehr. „Hier gab es mal zwei Teiche. Die sind schon lange verschwunden. Wir haben jetzt eine Dränage gezogen, das Wasser kann über den Vorfluter ablaufen“, erklärt der Trechower.

Nun arbeiten die Maurer mit Hochdruck an der vierten Etage des alten Speichers. Der stand viele Jahre leer, das Dach war eingefallen. Dem gesamten Ensemble, aus Pferdestall und Speicher bestehend, drohte der komplette Verfall. Dann hat Christian Schierning die Gebäude erworben, saniert und restauriert sie nun Stück für Stück.

Nach dem Pferdestall ist der Speicher dran. „Wir mussten die obere Etage komplett abtragen und mauern sie jetzt wieder hoch.“ Dabei werden historische Ziegel verwendet. „Bis 1947 gab es ja im Dorf hier eine Ziegelei. Rund eine Million Steine sind allein im Speicher verbaut“, sagt Christian Schierning. Ersatzmaterial hat er vom Eigentümer eines alten Stalls in Langen Trechow erworben, der dort die Gebäude abgetragen hat. Denn der Trechower Ziegel hat ein ganz eigenes Format, bezogen auf die Maße. Bestellt sind auch schon die Fenster. 105 sind es insgesamt, die eingesetzt werden müssen. Dabei gab es zuvor in den oberen Etagen gar keine Fenster, sondern dort waren Lüftungsklappen eingebaut. Deshalb seien die Öffnungen mit knapp 70 Zentimetern sehr schmal. Um dem historischen Anblick gerecht zu werden, hat Schierning eine Firma gefunden, die spezielle Metallsprossenfenster fertigt. „Wichtig dabei, mit Isolierverglasung“, wie der Bauherr betont. Schließlich sollen dort einmal Gastronomie, Unterkünfte und ein Evolutioneum, ein interaktives Museum zur Entwicklung des Lebens, einziehen.

Allein für diesen dritten Bauabschnitt, der umfasst den Rohbau und das Dach, der im nächsten Jahr kommen soll, investiert Christian Schierning rund 1,2 Millionen Euro. Eine Förderung von 200 000 Euro wurde ihm jetzt vom Bund aus dem Topf Kultur- und Denkmalschutz für 2017 genehmigt (SVZ berichtete). Für den weiteren Innenausbau , beginnend mit dem Einzug der Decken, rechnet Schierning noch einmal mit rund 1,2 Millionen Euro.

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erstellt am 21.Nov.2016 | 21:00 Uhr

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