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Bützower Zeitung

04. Dezember 2016 | 04:53 Uhr

Schwaan : Sie machen alles für die Katz

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Der Tierschutzverein Schwaan engagiert sich seit über 20 Jahren vor allem für die Samtpfötchen

Die Pupillen in den grünen Augen weiten sich, das Schwarz verdrängt beinah die Iris als Manfred Poniatowski, Vorsitzender des Tierschutzvereins Schwaan, das Gelände in der Feldstraße betritt. Sofort erkennen Charlie und die anderen Katzen den Rentner und beginnen freudig zu mauzen.

Das weitläufige Gelände war früher eine Gartenanlage. Heute haben die Mitglieder des Tierschutzvereins es in ein Domizil für Katzen verwandelt. Die meisten von ihnen sind freilebend und finden sich hier je nach Belieben ein. Wie viele Tiere hier tatsächlich wohnen, das kann Poniatowski nicht sagen. Bei einem Blick in die vier Häuser lassen sich aber mindestens 20 finden. Die meisten schlafen friedlich auf Decken. „Wir wollen, dass es den Tieren gut geht“, so Poniatowski.

Dafür engagiert sich der Verein seit 1995. Gegründet wurde er am 25. Juni, nachdem sich die Familien Bonny und Möller in Schwaan verstärkt um den Tierschutz kümmerten. Daraufhin wuchs der Verein von Jahr zu Jahr. Schon bald schloss er sich dem Dachverband des Deutschen Tierschutzbundes in Bonn an, ist aber weiterhin auch eigenständig.

Die insgesamt 40 Mitglieder kümmern sich vornehmlich um die vielen Samtpfoten in der Tierauffangstation. Und da gibt es genug zu tun. Denn es kommen immer wieder neue Bewohner hinzu, wie Poniatowski erzählt. So habe er einmal drei Katzen aus einem Dorf geholt. Eine Familie war weggezogen und habe die Tiere zurückgelassen. „Wir sind hingefahren, haben die Katzen mitgenommen und sie hier gesundgepflegt.“ In einem anderen Fall nahm der Verein eine Katze auf, in der ein Luftgewehrgeschoss steckte. Das stimme jedes Vereinsmitglied traurig. „Wir engagieren uns hier alle ehrenamtlich, damit Menschen und Tiere respektvoll miteinander leben können. Da ist es ein Schlag ins Gesicht, wenn solche Fälle passieren“, sagt Manfred Poniatowski. Zumal die Vereinsmitglieder mit viel Herzblut in ihrem Ehrenamt aufgehen. „Wir wünschen uns, dass alle Katzen gut versorgt werden und wir sie in freundliche Familien vermitteln können“, so der Vereinschef. Unterstützt werden die Mitglieder dabei von zwei Bundesfreiwilligendienstlern, die jeweils 23 Stunden pro Woche mit anpacken. Dazu gehöre auch die Arbeit außerhalb der Tierauffangstation.

Der Verein unterstützt beispielsweise tierliebe Rentner einer Kleingartenanlage. Die Hobbygärtner kümmern sich dort um freilebende Katzen. „Wir haben dort ein Futterpunkt eingerichtet“, erzählt Poniatowski. Fünf solcher Fütterungsstellen gibt es im Stadtgebiet.

Wichtig ist dem Verein aber nicht nur das Wohlergehen der Tiere. Ihm liegt auch viel daran, der ungehinderte Vermehrung der Katzen entgegenzuwirken. Deshalb setzen sich die Vereinsmitglieder für die Kastration bzw. Sterilisation der Samtpfötchen ein.

Das alles kostet Geld, denn vor allem die Tierarztkosten sind nicht unerheblich. Aber auch Futter muss immer wieder bereitstehen. „Die Stadt zahlt uns zwar eine Fundtierkostenpauschale, aber die beträgt nur einen Euro pro Bürger. Der Großteil muss durch Spenden finanziert werden. Und gerade da hakt es in diesem Jahr“, sagt der Vereinschef.

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erstellt am 21.Nov.2016 | 09:00 Uhr

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