zur Navigation springen

Bützower Zeitung

03. Dezember 2016 | 22:51 Uhr

Bützow : Schluss mit Brückenexperimenten

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Hauptausschuss beschließt, dass die Stadtvertretung den Vertrag mit der Firma BaltiCo aufhebt und Bauarbeiten neu vergibt

Das Thema Elefantenbrücke ist eine unendliche Geschichte. Doch damit soll jetzt Schluss ein. Der Hauptausschuss der Stadtvertretung zieht die Reißleine. Die Stadtvertreter sollen im Februar den Vertrag mit der Firma BaltiCo kündigen. Zugleich soll über den Bau einer konventionellen Brücke entschieden werden. Das beschlossen die Mitglieder des Hauptausschusses.

Seit Jahren warten viele Bützower auf die kurze Wegeverbindung zwischen der Gartenstraße und der Innenstadt. Doch der geplante Bau der neuen Warnowquerung wurde immer wieder aufgeschoben. Der Grund: Die bisher geplante Brücke gab es so noch nie, ist ein neues Verfahren in der Herstellung. Deshalb muss dieser Neubau einer umfangreichen Prüfung unterzogen werden. Doch immer wieder gab es Verzögerungen. Nun stellte sich heraus, dass die geplante schwimmende Gründung für den Unterbau so nicht möglich ist. Eine Alternative hätte die Kosten auf rund 200 000 Euro in die Höhe getrieben. Darüber informierte Bürgermeister Christian Grüschow (parteilos) in der Sitzung des Hauptausschusses.

Und das brachte das Fass zum Überlaufen. Ralf-Peter Katzer, Fraktionsvorsitzender der UBB, erinnert an den Vorschlag seiner Fraktion im Frühjahr 2013. Damals sollte zunächst ein Architekt eine Brücke konzipieren und danach gebaut werden. Die Kosten wurden 2013 mit rund 225 000 Euro veranschlagt. Die UBB meinte seinerzeit, das ginge auch 50 Prozent billiger. Katzer schlug vor, eine Montagebrücke aus Stahl und Holz zu errichten. Er sprach von einer „Brücke von der Stange“. Und diesen Vorschlag wiederholte er am Montagabend. „Lasst uns eine Brücke bauen, die schon hundertfach gebaut wurde“, erklärte der Fraktionschef.

Die Situation vor drei Jahren war aber eine andere. Daran erinnert Joachim Fiedler (SPD). Seinerzeit steckten die Stadtvertreter in einer Zwickmühle. Einerseits verstanden sie den Wunsch der Bützower nach einem Ersatzbau für die 2012 abgerissene Elefantenbrücke. Andererseits drückte ein großes Loch in der Haushaltskasse. Die Stadt war zum Sparen verdammt. Deshalb wurde Ende 2013 sogar darum gestritten, den Brückenbau auf unbestimmte Zeit zu verschieben. Aufgrund des Vetos von Wolfgang Wehrmann (EB) wurden dann zumindest die Planungskosten in den Haushalt aufgenommen. Im Frühjahr 2014 kam schließlich der Vorschlag von damaligen Stadtvertreter Martin Schade (FDP) mit der Firma BaltiCo. Die offerierte ihr Projekt und stellte zugleich in Aussicht, finanziell in Vorleistung zu gehen. Das heißt, die Stadt müsste erst später bezahlen. Die Umsetzung wurde mit dem Ziel 2016 ins Auge gefasst. Dem finanziellen Druck geschuldet stimmten die Stadtvertreter für einen Vertrag mit der Firma aus Hohen Luckow. „Hinterher ist man immer schlauer“, erklärt Joachim Fiedler heute rückblickend.

Nun sei der Punkt erreicht, wo die Stadt aus dem Vertrag aussteigen könnte. Und das soll geschehen, waren sich alle Mitglieder des Hauptausschusses einig. Die Kündigung des Vertrages soll bis zur Februarsitzung vorbereitet werden. Parallel dazu werde die Stadt von drei Firmen Angebote für die Planung und den Bau der Brücke einholen. „Im Februar wollen wir dann einen Vorschlag vorlegen, welche Firma den Zuschlag erhalten soll“, erklärt Bürgermeister Christian Grüschow.

Angestrebt werde der Bau dann noch im Jahr 2017. Dabei komme der Stadt zugute, dass die Brücke wegen ihrer Bedeutung jetzt auch über Städtebaumittel gefördert werden könne. Auch diese Option habe es vor drei Jahren noch nicht gegeben, so der Verwaltungschef.

zur Startseite

von
erstellt am 29.Nov.2016 | 21:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen