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Bützower Zeitung

10. Dezember 2016 | 23:23 Uhr

Bützow : Schaufenster werden dunkel

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Mit Angelladen in Langestraße schließt nächstes Geschäft in Bützow. Internet ist schärfster Konkurrent für Einzelhandel

Lädt die Bützower Innenstadt noch zum Bummeln und Shoppen ein? Immer mehr Läden schließen. In den Schaufenstern funkelt keine Ware mehr, gähnende Leere zieht die Blicke auf sich. Mit dem Angelladen in der Langestraße steht nun ein weiteres Geschäft vor dem Aus. Die Beschilderung ruft bereits zum Ausverkauf auf, ehe der Laden zum Weihnachtsfest schließen wird.

„Drei Läden in kurzer Zeit“, zählt Karina Siebernik auf, die in Bützow schlossen beziehungsweise schließen. Sie ist die Vorsitzende des Gewerbevereins und führt selbst eine Drogerie. „In den vergangenen zwei Jahren waren es fünf oder sechs Läden“, darunter ein Eisenwarengeschäft, zwei Jeansläden und nun bald auch das Geschäft für Anglerbedarf. Nicht alle Einrichtungen schließen des Geldes wegen, auch alters- und gesundheitliche Gründe spielen eine Rolle. „Das ist natürlich nicht schön. Für die Verbleibenden ist es nicht einfach“, sagt Siebernik. Viele Händler blieben auf ihren Waren sitzen, wodurch Geld fehlt, neue zu besorgen, die vielleicht Kunden anlocken könnten. „Es wird gemeckert, dass es nichts gibt. Aber auf der anderen Seite kommt auch keiner.“ Ein Teufelskreis. „Die Stadt verliert an Attraktivität“, so die Geschäftsfrau.

Einige Bauruinen täten zudem noch ihr Übriges. Wie Siebernik weiß, stellen sich viele die Frage: „Warum noch nach Bützow kommen?“ Aus Erfahrung wisse sie, dass viele nach Rostock fahren, „und man kann das sogar fast verstehen“. Als Gründe für den nachlassenden lokalen Handel führt die Vorsitzende des Gewerbevereins gleich mehrere Faktoren an. Zum einen sei da das Internet. „Das Internet ist der schärfste Konkurrent.“ Insbesondere jüngere Menschen würden nahezu alles per Mausklick bestellen. Bequemlichkeit spiele dabei auch eine Rolle. Außerdem würden viele auswärts arbeiten und ihre Einkäufe dann dort verrichten. „Das sind zwei nicht zu verachtende Faktoren.“ Aber: „Es gibt auch Stammkunden, die uns die Treue halten“, sagt Karina Siebernik. 50- bis 75-Jährige seien es hauptsächlich, die noch durch die örtlichen Geschäfte schlendern. Wiederum aber: „Wenn die weg sind, weiß ich auch nicht weiter.“

Dennoch legt Karina Siebernik viel Wert darauf, die Situation nicht zu schwarzmalerisch zu behandeln. „Das Glas ist halb voll, nicht halb leer.“ Im Namen der Gewerbetreibenden sagt sie: „Wir wollen weiterhin für die Kunden da sein. Wir tun unser Möglichstes.“

Etwas tun, um die Stadt attraktiv zu halten, will auch Bürgermeister Christian Grüschow. Helfen soll beispielsweise der Bützower Unternehmer-Kreis, der die Gewerbetreibenden quartalsweise gemeinsam mit der Verwaltung an einen Tisch bringen soll. Außerdem gibt es den Unternehmer- und den Gewerbestammtisch.

Grüschow weiß um die Situation in der Stadt. „In den nächsten Jahren wird es wohl noch schwieriger“, vermutet er. Den Teufel an die Wand malen will der Bürgermeister allerdings nicht. „Im Vergleich zu ähnlich großen Städten verfügt Bützow noch über einen aktiven Einzelhandel.“ Dass allerdings doch Läden schließen, sei aus dem Rathaus heraus schwer zu beeinflussen. Trotzdem gedenkt Grüschow, mit den Eigentümern leer stehender Objekte in Kontakt zu treten, um die Gebäude möglicherweise aktiv zu vermarkten. „Es soll ja auch mal ein Pendler beim Durchfahren anhalten, sich ein Brötchen kaufen und in die Läden schauen.“

Auch eine andere Idee hat der Bürgermeister bereits im Hinterkopf. Das Prinzip habe bereits andernorts Früchte getragen. Es sei nun zu prüfen, ob sich die Idee auch in Bützow umsetzen lässt. Wie diese genau aussieht, ließ sich Grüschow nicht entlocken.

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erstellt am 04.Nov.2016 | 21:00 Uhr

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