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Bützower Zeitung

09. Dezember 2016 | 06:46 Uhr

Eickhof : Naturdorf wird nicht gefördert

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Leaderprogramm: Projektideen von Warnow wurden nicht berücksichtigt

Siegfried Hoffmann, Bürgermeister von Warnow, ist verärgert. Die Gemeinde hatte gemeinsam mit Brit Abeln, Pächterin und Betreiberin des Naturdorfes Eickhof, insgesamt fünf Anträge gestellt, um Fördermittel aus dem Leaderprogramm zu erhalten. Doch nicht ein Antrag sei berücksichtigt worden. „Es werden immer nur die gleichen Projekte wie das Kloster Rühn bedacht“, sagte Hoffmann auf der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung.

Auch Brit Abeln ist enttäuscht. Ein Ziel der Projektförderung mit Mitteln aus der Europäischen Union sei die Erschließung von Erwerbsmöglichkeiten im ländlichen Raum sowie die Erhöhung der touristischen Standortqualität. „Am wichtigsten ist für mich das Projekt, die Touristenströme von Eickhof in Richtung Bützow zu lenken“, sagt Abeln. Kritisiert werde seit Jahren, dass zu viele Wasserwanderer durch das Warnowdurchbruchstal von Sternberger Burg in Richtung Eickhof fahren. Abeln spricht von rund 13 000 Paddlern jährlich, die gezählt worden seien. Eine Alternative sei, die Touristen mehr ab Eickhof zu lenken, beispielsweise zum Kloster nach Rühn oder zum Pfarrhof Zernin. „Deshalb hatten wir eine Ausschilderung vorgeschlagen. Nicht nur für den Wassertourismus, sondern auch für Radfahrer, Pilger und Reiter, die ebenfalls im Naturdorf Station machen“, sagt Abeln. Außerdem hätte sie gerne bessere Bedingungen an der Ausstiegsstelle in Eickhof geschaffen. Freuen würde sie sich zudem über eine weitere Aussatzstelle für Kanuten in Zernin. Beantragt worden seien Leadermittel zudem für die Sanierung eines Daches. „Da liegt noch Asbest drauf“, sagt Abeln. Doch keines der Projektideen fand Berücksichtigung.

Olaf Pommeranz, Regionalmanager der Leadergruppe Güstrow, bestätigt das. „Wir haben jedoch kein Projekt abgelehnt. Wir konnten es nur nicht berücksichtigen.“

Insgesamt habe es 67 Anträge im Bereich des Altkreises Güstrow für 2017 gegeben. „Nur acht Projekte können wir fördern. Es ist einfach nicht genug Geld da“, sagt Pommeranz. Rund eine Million Euro stehen bis 2020 jährlich für Projekte zur Verfügung. Die Mitglieder der Leader-Arbeitsgruppe mussten eine Auswahl treffen. Das sei geschehen. „Leider können wir immer nur zehn bis 15 Prozent der Anträge unterstützen“, so der Regionalmanager. Gleiches gelte auch für den Bereich des ehemaligen Landkreises Bad Doberan.

In der kommenden Wochen, am 26. Oktober, kommen die Mitglieder der Güstrower Leader-Arbeitsgruppe noch einmal zusammen. Dann können sie genau festschreiben, wie viel Geld auf jedes dieser acht Projekte entfällt. Wer in diesem Jahr nicht in den Genuss der Fördermittel gekommen ist, könnte bis zum 30. Juni 2017 seinen Antrag für das Förderjahr 2018 erneuern, sagt Pommeranz. Dann fange das Auswahlverfahren von neuem an.

Eine Option, die Brit Abeln auf jeden Fall in Betracht zieht. „Es ist zwar schade, dass es jetzt nicht geklappt hat. Aber wir bleiben da auf jeden Fall dran, werden es wieder versuchen.“

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erstellt am 20.Okt.2016 | 21:00 Uhr

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