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Bützower Zeitung

10. Dezember 2016 | 09:53 Uhr

Moisall : Moisall: Orgel erklingt bald wieder

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Instrument wird zurzeit wieder spielbar gemacht

Nachdem sie lange Zeit keine Töne hervorgebracht hat, wird die Orgel in der Moisaller Kirche bald wieder erklingen. Die Mitarbeiter der Orgelbauwerkstatt von Johann-Gottfried Schmidt aus Rostock sind derzeit dabei, das Instrument wieder instand zu setzen. „Es ist unser Ziel, die Orgel bis Weihnachten wieder klingen zu lassen“, sagt Orgelbauer Rainer Harke. Bislang stehe dem auch nichts im Wege, die Arbeiten würden nach Plan verlaufen.

Das Innenleben des Instruments stammt vom mecklenburgischen Orgelbauer Carl Börger, der es 1912 auf den neuesten Stand gebracht hat. Das Gehäuse ist wesentlich älter. Es sei 1802 gebaut worden, sagt Rainer Harke. Die Arbeiten finden vor allem im Herzen der Orgel statt. So entsteht unter anderem ein neues Gehäuse für die motorische Arbeit. „Wir geben ihr quasi eine neue Lunge“, so Harke. Das Instrument funktioniere pneumatisch, also durch Luftdruckimpulse. Das sei zur Zeit Carl Börgers gängig gewesen, sagt Harke.

Um die Orgel wieder spielbar zu machen, wird außerdem das gesamte Pfeifenwerk, das teilweise aus Metall und teilweise aus Holz besteht, repariert. „Die Pfeifen aus Metall sind über die Jahre verbeult“, sagt Harke. Sie müssen wieder instand gesetzt werden. Die Prospektpfeifen, also die von außen sichtbaren, werden dagegen komplett erneuert.

Abgebaut wurde das Instrument bereits Anfang September. Der größte Teil befindet sich seitdem in der Rostocker Werkstatt der Orgelbauer. Grund dafür sind die niedrigen Temperaturen in der Kirche. Denn bei knapp 6 Grad Celsius können gewisse Arbeiten nicht umgesetzt werden, sagt Rainer Harke. „Wir arbeiten unter anderem mit Warmleim. Dafür müssen auch die Werkstücke warm sein. Das ist hier nicht gegeben“, so der Orgelbauer.

Sind die handwerklichen Arbeiten erledigt, müssen die insgesamt 324 Pfeifen – pro Register sind es 54 – intoniert werden. Die Klanggebung soll dabei möglichst an den Ursprungszustand angeglichen werden. „Wir versuchen uns an das zu halten, was da ist. Es gibt höchstens kleine Anpassungen“, sagt Orgelbauer Jan Schumacher.

Ist die Orgel schließlich wieder in Betrieb, werden auch die Prospektpfeifen Töne von sich geben. Diese waren von Carl Börger stumm gemacht worden. „Wir haben vorgeschlagen, sie wieder erklingen zu lassen“, so Jan Schumacher.

Damit der Zeitplan eingehalten werden kann, sind die Orgelbauer unermüdlich im Einsatz. „Die Gemeinde wartet schon so lange darauf, dass die Orgel wieder erklingt“, sagt Rainer Harke.

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erstellt am 10.Nov.2016 | 12:00 Uhr

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