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Bützower Zeitung

09. Dezember 2016 | 06:47 Uhr

JugendSoazialarbeit : Mit Leib und Seele für die Jugend

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Carola Paul betreut Kinder und Jugendliche in Warnow, Rosenow, Lübzin und Dreetz

Den meisten muss Carola Paul nicht vorgestellt werden. Vor allem in den Gemeinden Warnow und Dreetz ist sie so bekannt wie der berühmte bunte Hund. Das liegt daran, dass sie nahezu bei den meisten an der Erziehung und Freizeitgestaltung mitgewirkt hat. Sie betreut nämlich die Kinder und Jugendlichen in der Region.

Montags ist Carola Paul in Dreetz, dienstags in Lübzin, donnerstags in Rosenow und mittwochs sowie freitags in Warnow. Die Räumlichkeiten sind indes von der Gemeinde angemietet. Meist warten schon Jugendliche, wenn die Zepelinerin den jeweiligen Jugendclub aufschließt. Wie sie berichtet, ist sie meist sogar schon früher da. Wenn um 13 Uhr Arbeitsbeginn ist, rufen häufig bereits Jugendliche an und fragen, ob sie nicht schon um 12 Uhr vor Ort sein könnte.

Generell dürfe man nicht auf die Uhr schauen, wenn man dieser Tätigkeit nachgehe. „Wenn man nicht mit Leib und Seele dabei ist, braucht man das nicht machen“, sagt Carola Paul, die mittlerweile über die Arbeiterwohlfahrt angestellt ist. Insbesondere bei Ferienfreizeiten oder Tagesausflügen fließen zahlreiche Stunden der eigentlichen Freizeit in die Arbeit, der sie seit nunmehr 18 Jahren nachgeht.

Da die vier Jugendclubs jedoch nicht über ein riesiges Angebot an Spielen, Bastelmaterialien und Computer verfügen, wird regelmäßig der Kofferraum ihres Autos beladen und das Wichtigste von A nach B kutschiert. Dass es ein Auto mit großem Kofferraum wurde, lag hauptsächlich an der Arbeit. „Die Logistik ist manchmal recht kompliziert.“

Je nach Standort ändert sich auch das Durchschnittsalter der Besucher. Während es in Rosenow und Lübzin eher jüngere Kinder sind, kommen in Warnow die älteren. Im Schnitt sind die Besucher zwischen 14 und 24 Jahren alt. „Und die Jüngste ist sieben Jahre alt“, berichtet Carola Paul. Bei den Jüngeren steht Basteln hoch im Kurs, die Älteren wollen eher Billard, Darts oder Tischtennis spielen. Es wird aber auch mal die Spielekonsole mitgebracht. Wenn das Wetter passt, stehe laut der Zepelinerin Fußball meist auf der Tagesordnung. Es gab sogar schon zwei Spiele zwischen Warnow und Dreetz – für Carola Paul ein komisches Gefühl, „denn es sind ja beides meine Gruppen“.

Einen Unterschied gibt es übrigens laut Carola Paul zwischen den Geschlechtern: „Jungs sind unkomplizierter“. Sie würden sich auch mal die Meinung geigen, anschließend aber wieder gemeinsam Fußball spielen. „Und Jungen kann man auch mal deutlich die Meinung sagen. Mädchen sind manchmal empfindlicher.“

Der 24-jährige Sebastian aus Warnow kommt seit 14 Jahren in den Jugendclub. „Seitdem bin ich Dauergast.“ Das wichtigste ist für ihn die Gesellschaft. Und: „Es gibt keine Bessere als Frau Paul.“

In Warnow sind die Mädchen etwas unterrepräsentiert. Praktisch das einzige Mädchen, das regelmäßig kommt, ist Kathrin. Wenn sie die richtigen Klamotten dabei hat, spielt sie auch mit den Jungen Fußball oder „zockt“ an der Spielekonsole mit. Dass sie das einzige Mädchen ist, stört die 16-Jährige nicht.

Dass Verhältnis zwischen Carola Paul und ihren Jugendlichen ist sehr gut. Bei vielen reißt es sogar auch im höheren Alter nicht ab. „Manchmal kommen sogar 30-jährige Ehemalige und präsentieren ihre eigenen Kinder.“ Zuletzt rief ein Ehemaliger an und berichtete freudig, dass er Vater geworden ist. „Dann weiß man, dass man alles richtig gemacht hat“, erklärt die Zepelinerin stolz. Auch beim Gang durch die Orte wird sie immer wieder gegrüßt und angesprochen, was sie aber keineswegs stört.

Vielleicht sind viele aber auch nur so freundlich, da Frau Paul – wie sie von den meisten genannt wird, obwohl einige auch dutzen – das ein oder andere Geheimnis über die Ehemaligen weiß. „Ich weiß mehr als die Eltern.“ . Wenn jemand schwarz Moped fährt oder das erste Mal raucht – „Das kommt zuerst hier an. Die Eltern erfahren von mir nur das Gravierende, etwa wenn Drogen im Spiel sein sollten.“ Auch wenn die Eltern manches nicht erfahren würden, die Standpauke übernimmt stellvertretend Carola Paul.

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erstellt am 02.Nov.2016 | 21:00 Uhr

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