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Bützower Zeitung

05. Dezember 2016 | 09:28 Uhr

Bützow : Mit Brautkleid an die Macht

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Simone Heim und Poppe Gerken regieren als Prinz Poppe I. und Prinzessin Simone I. die Stadt Bützow

Es ist unklar, wo Bürgermeister Christian Grüschow (parteilos) diesen Artikel liest. Denn am 11.11. wurde das Prinzenpaar des Bützower Carnevalsverein inthronisiert und Grüschow bis Rosenmontag zwangsbeurlaubt. Prinzessin Simone I. und Prinz Poppe I. halten derzeit die Fäden der Stadt Bützow in der Hand.

Erste politische Pläne hat der Prinz bereits, der im wahren Leben Poppe Gerken heißt. „Die Zeiten werden sich ändern“, kündigt Prinz Poppe an. „Alles, was bisher Recht und Ordnung war, wird außer Kraft gesetzt!“ Bürokratie will er ebenfalls abbauen. Jedes Problem sei auf dem kurzen Dienstweg bei einem Glas Wein oder Bier zu klären. Dieser Macht war sich Prinzessin Simone I alias Simone Heim noch gar nicht so recht bewusst. Gefragt nach ihrer ersten Amtshandlung als Stadt-Chefin wollte sie erst einmal überlegen, „da tun sich einem ja ganz andere Möglichkeiten auf…“.

Politisch wusste es die Bützowerin zwar noch nicht genau, ihre Pflichten im Karnevalsverein kennt sie aber bestens. „Als Prinzenpaar hat man die Pflicht auf Präsenz“, sagt sie. Es müsse sich bei den Veranstaltung unter das Volk gemischt und Kontakt gesucht werden. Und eine Aufforderung zum Tanzen dürfe natürlich nicht abgelehnt werden.

In die Rolle der Prinzessin ist Simone Heim übrigens recht unspektakulär gerutscht. „Der Verein hatte niemand anderen und hat mich einfach gefragt. Und ich habe ganz spontan zugesagt.“ Passenderweise zog die Bützowerin kurz zuvor um und beim Packen tauchte ihr altes Brautkleid wieder auf. Sie freute sich sehr über das Angebot, ist sie schließlich erst seit knapp anderthalb Jahren im Verein. „Andere warten da ein Leben lang drauf“, sagt die Prinzessin. Sie war auf der Suche nach einem neuen Hobby und kam zufällig mit anderen Vereinsmitgliedern ins Gespräch. Der Karneval entpuppte sich als genau das richtige für die Bützowerin, „man sitzt zusammen und macht Blödsinn“.

Poppe Gerken wurde im zweiten Anlauf Prinz, nachdem im Vorjahr der Regentschaft etwas Persönliches einen Strich durch die Rechnung machte. Der Zepeliner ist kein Mitglied des Vereins, kenne aber die anderen sehr gut und unterstützte den BCV bereits das ein oder andere Mal. Und dann sei plötzlich der Anruf gekommen, dass er eine Prinzessin an seine Seite bekomme, „ich selbst habe ja keine“. Folglich half auch kein Diskutieren mehr. „Ich habe mich geschlagen gegeben.“ Aber das tat er gern, denn der 57-Jährige kann über den BCV nur Gutes sagen. „Dem Verein gehört ein Lob ausgesprochen. Er arbeitet akribisch und versucht, in Bützow was zu bewegen.“ Dem pflichtet Simone Heim bei, weswegen sie auch gern mehr Nachwuchs in den Reihen des Vereins begrüßen würde.

Nach der Machtübernahme im Rathaus am 11.11. und den Feiern an jenem Wochenende brach erst einmal eine ruhigere Zeit an. Erst Anfang des kommenden Jahres geht es dann wieder in die Vollen. Was genau auf das Prinzenpaar zukommt, weiß es noch gar nicht. „Ich tappe noch im Dunkeln“, sagt Poppe Gerken. „Aber ich lasse mich gern überraschen, was ich so tun soll.“


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erstellt am 21.Nov.2016 | 05:00 Uhr

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