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Bützower Zeitung

11. Dezember 2016 | 03:15 Uhr

Straßenreinigung : Laubentsorgung verärgert Bützower

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

In der Pustohler Chaussee müssen Anwohner die Blätter künftig selbst zum Wertstoffhof fahren

Die Anwohner in der Pustohler Chaussee in Bützow sind sauer: Seit diesem Jahr müssen sie sich selbst um die Entsorgung der Laubabfälle an den Gehwegen kümmern. Bislang hat der Bützower Bauhof die abgefallenen Blätter stets entsorgt, doch diese Vereinbarung gilt nun nicht mehr.

„Wir haben lange darüber diskutiert und sind zum Ergebnis gekommen, dass diese Ausnahmesituation nicht mehr stattfinden sollte“, sagte Bauamtsleiterin Doris Zich auf der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses.

Die Verwaltung beruft sich damit auf die allgemeine Straßenreinigungssatzung, die besagt, dass jeder Grundstückseigentümer selbst für die Pflege der Gehwege verantwortlich ist. Während überall sonst in der Stadt längst danach gehandelt wurde, bekam die Pustohler Chaussee eine Sonderbehandlung. Aus gutem Grund: Die riesigen Eichen auf beiden Straßenseiten sorgen im Herbst für überdurchschnittliche Laubmengen, die sich nicht nur auf den Gehwegen, sondern auch auf den Grundstücken verteilen. Neben viel Arbeit bedeutet die selbstständige Entsorgung der Blätter für die Anwohner vor allem hohe Kosten. Denn seit diesem Jahr verlangt der Landkreis für die Entsorgung von Gartenabfällen, zu denen das Laub gezählt wird, Gebühren. „Die Anforderungen für die Bürger erhöhen sich, was das Problem verschärft, so Zich.

Dennoch hält die Verwaltung an der Entscheidung fest. Zum einen, um Kosten zu sparen. „Alles, was entsorgt wird, muss von der Stadt auch bezahlt werden“, so die Bauamtsleiterin. Zum anderen im Sinne der Gleichbehandlung aller Bützower.

Für die Anwohner der Pustohler Chaussee ist die Entscheidung schwer verständlich. „Letztes Jahr sind 36 große Säcke Laub zusammengekommen. Diese Menge müssen wir jetzt selbst bezahlen“, sagt Ulrich Ferkatsch. Für seine Lebensgefährtin Sigrid Wegner ist das Ganze ein „Schildbürgerstreich“. In Güstrow entsorge der Bauhof das Laub schließlich auch.

Tatsächlich wurden in zwölf Straßen der Barlachstadt Big-Packs für Laub angebracht, die vom dortigen Bauhof abgeholt werden. Auch im Hauptausschuss wurde das Modell angesprochen. Die Bedingungen seien für Bützow allerdings nicht gegeben, sagt Doris Zich. So habe Güstrow beispielsweise eine eigene Kompostieranlage, was für die Warnowstadt nicht gelte.

Die Mitglieder des Gremiums sprachen sich dennoch dafür aus, den Bützowern entgegenzukommen. „Man müsste prüfen, welche Straßen besonders stark betroffen sind und wo eine andere Regelung getroffen werden kann“, so Joachim Fiedler (SPD). So habe er zum Beispiel schon zahlreiche Hinweise von Anwohnern der Neuen Bahnhofstraße bekommen, denen es durch die bis zu 80 Jahre alten Linden dort ähnlich gehe wie den Anwohnern der Pustohler Chaussee. Der Ausschuss einigte sich schließlich auf den Vorschlag, in der ersten Jahreshälfte 2017 entsprechende Vergleiche zwischen den Straßen vorzunehmen.

Für Sigrid Wegner und Ulrich Ferkatsch bedeutet das, dass der Kampf mit der Entsorgung der Laubmengen vor ihrem Haus vorerst nicht zu Ende ist. „Wenn der Wind weht, ist es schlimmer als Schneetreiben“, so Ferkatsch.

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erstellt am 26.Okt.2016 | 05:00 Uhr

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