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Bützower Zeitung

26. Juli 2016 | 10:25 Uhr

Satow : Kurze Wege zum Wunschberuf

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

11. Berufskundetag in Satow. Firmen und Schüler aus Bützow und Schwaan mit dabei

„Es gilt nach wie vor: Ein gutes Auftreten ist ganz wichtig bei einer Bewerbung in einer Firma“, sagt Dr. Heik Schulz, Geschäftsführerin des Ausbildungs- und Umschulungszentrums (AUZ) Schwaan. Das Unternehmen gehörte zu den mehr als 50 Ausstellern beim 11. Berufskundetag der Schule am See Satow.

Die Schwaaner begleiten Schüler der 9. und 10. Klassen bei Praktikas und auch auf dem Weg zu einer Ausbildung. „Dafür gehen wir in Schulen, organisieren aber auch Betriebsbesichtigungen“, erzählt Heike Schulz. Wichtig sei zum Beispiel, dass Praktikas so nah wie möglich an der Realität sind. Berufsfrühorientierung und -vorbereitung stehen auch beim Bützower Berufsbildungsverein auf dem „Lehrplan“. Dabei kümmern sich die Mitarbeiter auch um Jugendliche, die es in der Schule etwas schwerer haben, oder auch sozial Benachteiligte. Ab Klasse sieben haben Schüler die Möglichkeit, sich in Steinhagen auszuprobieren unter anderem in den Bereichen Farbe, Holz oder Metall, erzählt Ausbilder Olaf Wagner.


„Hier die ersten Kontakte geknüpft“


Am Stand der Schwaaner Fischwarenfabrik Sywan können die Besucher einen Geruchstest absolvieren. Gewürze wie Oregano, Pfeffer, Chili und Basilikum müssen „errochen“ werden. „Das alles sind Zutaten für unsere Produkte“ erklärt Phillip Kandula. Gemeinsam mit Willi Kreiter repräsentierte er das Schwaaner Traditionsunternehmen. Beide sind angehende Kaufmänner im Büromanagment, im zweiten Lehrjahr „Ich hatte mich bei verschiedenen Firmen beworben. Das Angebot von Schwaan hat mich dann am meisten überzeugt“, erzählt Will Kreiter aus Bad Doberan. Vor zwei Jahren war er noch selbst als Schüler auf dem Berufskundetag, erklärt Phillip Kandula. „Davor hatte ich mich schon bei Sywan beworben, dann habe ich mich hier am Stand vorgestellt“, blickt der Satower auf die Zeit vor zwei Jahren zurück. Nun sei er Teil dieses Unternehmens. „Ich finde es vor allem gut, dass ich in einem produzierenden Betrieb bin. Es ist einfach interessant zu sehen, wie eine Ware entsteht.“ Und Kandula möchte auf jeden Fall im Land bleiben. „Hier bin ich aufgewachsen und groß geworden“, sagt der Satower.

Genau das sei auch ein Anliegen des Berufskundetages. „Wir wollen regionale Firmen mit den Schülern zusammenbringen. Die müssen hier bleiben und nicht nach Hamburg oder anderswo gehen“, sagt Detlef Galda, Lehrer an der Satower Schule und Koordinator für den Berufskundetag. Dieser hat mal mit fünf Firmen in Klassenräumen begonnen.

An diese Zeit kann sich auch noch Thomas Warnicke, Lehrer an der Prof.-Franz-Bunke-Schule Schwaan, erinnern. „Wir haben dann gesagt, dass man so etwas mit mehreren Schulen zusammen machen muss, allein sind wir zu klein.“ Und so habe sich der Berufskundetag zu dem entwickelt, was er heute ist. Auf kleinem Raum, ohne lange Wege können sich Schüler über Praktikas und Ausbildungsmöglichkeiten informieren. „Im Vorfeld haben wir mit den Schülern schon Bewerbungsunterlagen erarbeitet“, erklärt Warnicke.


Pflegekräfte sind schwer zu bekommen


Schüler Maximilian Adebahr hat seine Pläne noch einmal geändert. „Erst wollte ich Kfz-Mechatroniker werden. Doch jetzt habe ich schon ein Praktikum bei der Firma edis absolviert, möchte gleich noch einmal zu ihnen an den Stand“, erklärt der Neuntklässler. Sein Berufswunsch: Elektrofacharbeiter für Betriebsstätten.

Zum ersten Mal mit dabei sind die Warnow-Klinik und die WarnowPflege aus Bützow. „Wir brauchen unbedingt Nachwuchs“, sagt Susanne Lübstorf, seit Anfang des Jahres ist die Schlemminerin neue Pflegedienstleiterin in der WarnowPflege. Egal ob in der Kranken- oder in der Altenpflege, es gäbe zu wenig Interessenten. Ein Job, der nicht immer einfach sei, aber in einer Gesellschaft, in der die Menschen immer älter werden, so dringend notwendig ist. „Es gibt einfach zu wenig Kinder“, ergänzt Janett Mawick, Pflegedienstleiterin in der Warnow-Klinik.

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erstellt am 22.Jan.2016 | 10:01 Uhr

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