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Bützower Zeitung

10. Dezember 2016 | 00:12 Uhr

Schwaan : Im Einklang mit der Natur

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Der Hegering in Schwaan kümmert sich seit 1990 um sein Revier – Vorsitzender Helmut Beese erklärt die Faszination der Jagd

Viele Leute engagieren sich in ihrer Freizeit zum Beispiel in der Feuerwehr oder einem Sportverein. Was bringt einen aber dazu, viel Zeit und Geld in die Jagd zu investieren? Kaum ein Hobby ist so kostspielig wie dieses. Dennoch kann sich Helmut Beese, Vorsitzender des Hegerings, nichts anderes vorstellen.

„Im Mittelpunkt stehen die Hege und Pflege des Wildes“, fasst er den Fokus seiner Freizeitbeschäftigung zusammen. Die Jäger würden zumeist als schießwütige Tiermörder dargestellt und das stört Beese gewaltig. „Oft gehe ich ohne Waffe los. Dann zähle ich die Rehe und kontrolliere so den Bestand. Als Jäger muss man die Natur und die Tiere genießen können.“ Für Beese ist die Nähe zur Natur Entspannung pur.

„Das Schießen ist für uns eigentlich nur eine Nebensache, zumindest für uns vom Hegering.“ Zwar gehöre dies ebenso zur Pflege wie das Pflanzen von Bäumen im Reviergebiet, dennoch ist es nur ein Teil des Ganzen. „Oft wird nur beobachtet“, so Beese. Auch das Ausbringen von sogenannten Vergrämungsmitteln ist Bestandteil seiner Aufgaben. Diese verströmen einen für die Tiere unangenehmen Geruch. „So schützen wir Flächen von Bauern, ohne einen einzigen Schuss abzugeben. Aber das meiste, was wir leisten, wird nicht zur Kenntnis genommen“, sagt Beese.

Dazu gehöre zum Beispiel auch das Auflesen von totgefahrenen Tieren. „Und Wildunfälle machen etwa zehn Prozent der in unserem Revier getöteten Tiere aus!“ Trotz all dieser Widrigkeiten findet sich im Hegering eine Gruppe Naturfreunde an.

Erkennbar ist laut Beese der Altersdurchschnitt von 60 Jahren. Dennoch sind die Jäger weiterhin aktiv. „Wir treffen uns einmal im Monat zu einem Stammtisch. Dort tauschen wir Neuigkeiten aus und besprechen Probleme“, so Beese. Der Hegering dient den Mitgliedern zur Organisation und zum Austausch, denn lange nicht jeder, der bei Schwaan jagt, ist ist auch Mitglied. „Das ist schade, da wir den Nachfolgenden auch viel Beibringen können“, sagt Beese. Allerdings könne er verstehen, dass viele keine Zeit für die Vereinsarbeit finden. „Ich bin jetzt Rentner, aber wer in der Woche lange arbeitet, hat dann kaum noch Zeit und Energie dafür.“

Und auch das Geld sei ein Faktor, warum der Nachwuchs ausbleibe. „Einen Jagdschein bekommt man nicht für unter 1000 Euro. Und das ist bloß der Anfang. Pacht, Mitgliedsbeitrag, Material zum Bauen von Hochständen – das ist teuer.“

Zur Veranschaulichung erklärt Beese, dass eine einzige Patrone zwischen einem und fünf Euro koste. Das erlegte Wild, Strecke genannt, bringe wiederum kaum Geld ein. „Wildbret? Dafür bekomme ich drei Euro.“

Warum also viel Geld und Zeit investieren? „Bei kaum einer anderen Freizeitbeschäftigung ist man so eng mit der Natur verbunden“, lautet Beeses Antwort. Und darum ist er bereits seit 1964 in der Jagd aktiv. An der Gründung des Hegerings 1990 war er maßgeblich beteiligt und ist seitdem sein Vorsitzender. Seinem Revier, in dem er Wildschweine und Rehe jagt, ist er treu geblieben. „Ich muss immer lange Wege laufen. Aber das hält frisch“, so der Rentner.

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erstellt am 28.Nov.2016 | 12:00 Uhr

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