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Bützower Zeitung

03. Dezember 2016 | 03:24 Uhr

Feuerwehr Schwaan : Helfer fühlen sich ausgebremst

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Ehrenamtliche First-Responder-Gruppe wurde seit Juli nicht mehr zum Einsatz gerufen

Sie sind angetreten, um Menschen zu helfen. Vor über einem Jahr, im Juli 2015, nahm die First-Responder-Gruppe der Freiwilligen Feuerwehr Schwaan ihren Dienst auf. Sie soll zum Einsatz kommen, wenn schnelle medizinische Hilfe benötigt wird, aber das Rettungsfahrzeug aus Schwaan gerade bei einem anderen Einsatz gebunden ist. Die First Responder überbrücken dann die Zeit, bis ein anderer Notarztwagen vor Ort ist.

Doch die Frauen und Männer um Thomas Kulow-Krehl, Amtswehrführer und Mitinitiator der schnellen Einsatzgruppe, sind enttäuscht. „Seit Juli wurden wir nicht mehr zu einem Einsatz gerufen“, sagt Kulow-Krehl. Zuvor, zwischen Februar und Juli, waren sie 19 mal angefordert worden. Sie können sich nicht vorstellen, dass ihre Dienste nicht benötigt werden, sagt Kulow-Krehl. Auch wenn sie dies im Ehrenamt tun, sich nicht als Konkurrenz zum Rettungsdienstes des Landkreises sehen.

Als Beispiel nennt der Schwaaner einen Unfall mit vier Verletzten vor knapp zehn Tagen. „Der Rettungswagen aus Schwaan war bereits vier Minuten nach der Alarmierung vor Ort“, sagt dazu Kreissprecher Michael Fengler. Weitere sieben Minuten später seien zwei Notarzthubschrauber dort gewesen. Es folgten zwei weitere Rettungswagen. „Eine Alarmierung der First-Responder-Gruppe war nicht notwendig. Es standen zeitnah ausreichend Rettungskräfte und Rettungsmittel zur Verfügung“, sagt der Kreissprecher.

Der Landkreis sei für die flächendeckende, bedarfs- und fachgerechte Versorgung der Bevölkerung mit Leistungen der Notfallrettung zuständig, so Fengler und weiter: „Diese Aufgabe wird über die Rettungswachen im Landkreis Rostock sichergestellt.“ Die First Responder aus Schwaan seien eine mögliche und wertvolle Alternative für den Fall, dass sich der Rettungswagen aus Schwaan bereits in einem Einsatz befindet. Werden die ehrenamtlichen Helfer angefordert, habe das keinen Einfluss darauf, dass sich der Kreis an der gesetzlichen Rettungsfrist orientiert. Diese sei durch den Rettungsdienst zu gewährleisten.

„Dass die Rettungsfrist vom Landkreis eingehalten wird, das bezweifeln wir auch überhaupt nicht. Dennoch denken wir, dass es Situationen gibt, in denen wir Menschen zur Seite stehen können, wenn der Notarzt oder der Rettungswagen noch nicht da ist“, sagt Kulow-Krehl. Aus Gesprächen mit dem Landkreis weiß der Schwaaner, dass sie nur angefordert werden, wenn es um eine lebensbedrohliche Situation gehe. „Doch wir sind angetreten, auch zu helfen, wenn es sich um leichtere Verletzungen handelt. Dafür stehen wir rund um die Uhr bereit – sowohl für Schwaan als auch für den Amtsbereich“, sagt der Amtswehrführer. Dafür hätten die Mitglieder eine umfangreiche Ausbildung absolviert. „Es geht darum, den Menschen das Gefühl zu vermitteln, dass ihnen schnell geholfen wird. Und sei es nur, indem man schon einmal einen Verband anlegt bis der Rettungswagen da ist“, sagt Kulow-Krehl. Er wisse aus Gesprächen mit den First Respondern im Landkreis Nordwestmecklenburg, dass die ehrenamtlichen Retter dort regelmäßiger zum Einsatz kommen.

Warum die Schwaaner seit Juli nicht angefordert wurden, könne damit zusammenhängen, dass im Sommer ein zusätzlicher Rettungswagen zur Verfügung stand, so Michael Fengler. Erst nachdem er kürzlich bei der Kreisverwaltung nachgefragt hätte, seien die Schwaaner zu einem Einsatz nach Vorbeck gerufen worden, sagt Thomas Kulow-Krehl.

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erstellt am 18.Okt.2016 | 05:00 Uhr

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