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Bützower Zeitung

10. Dezember 2016 | 17:33 Uhr

Neukirchen : Gemeinsam gegen den Baudreck

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Freiwillige kommen in der Neukirchener Kirche zusammen, um sie nach den abgeschlossenen Bauarbeiten auf Vordermann zu bringen

Obwohl es ganz schön frostig war in der Neukirchener Kirche, gerieten die freiwilligen Helfer am gestrigen Freitag gehörig ins Schwitzen. Sie schwangen die Staubtücher, Besen und Feudel durch das Gotteshaus und verliehen ihm den alten Glanz, den es vor den Restaurierungsarbeiten hatte. Der erste Bauabschnitt ist nun abgeschlossen worden. Pastorin Gudrun Schmiedeberg nahm das zum Anlass, zum großen Reinemachen einzuladen. Der Einladung folgten elf Helfer, die tatkräftig putzten.

Mitte Oktober wurden die Arbeiten an der Kirche abgeschlossen. „Es war der Wunsch der Gemeinde, innen zu sanieren“, sagte Gudrun Schmiedeberg. Aus diesem wurde allerdings nichts. Obwohl lange gespart wurde und auch die Patronatsmittel bereitstanden, musste der eigentliche Bauwunsch auf Eis gelegt werden. „Der Statiker sagte, dass die Risse im Gewölbe zu gravieren seien und die Ursachen dafür erst behoben werden müssen.“ Es ging darum, die Kirche zu stabilisieren. Folglich musste die Stabilisierung der Innensanierung vorgezogen werden. „Das ist einleuchtend, aber schade zugleich“, sagt Gudrun Schmiedeberg. Zahlreiche Risse mussten offengelegt und geschlossen werden. In der Kostenschätzung wurde von 40 laufende Meter Risse ausgegangen.

„Das wollten wir erst gar nicht glauben“, erinnerte sich Gudrun Schmiedeberg. Zum Erstaunen der Pastorin und aller Beteiligten wurden es schließlich ganze 170 laufende Meter Risse. In einigen Spalten wurden sogar Holzkeile gefunden, die anno dazumal mit Mörtel zum Verschließen der Risse genutzt wurden. Von wann diese stammen, konnte nicht mehr ausgemacht werden. Durch andere konnten sich die Maurer sogar die Hand reichen. Einige Risse erschienen erst klein. Allerdings nur im Putz – dahinter waren sie teilweise sehr groß.

Viele Wände wurden nun seit Baubeginn im Juni erneuert, „einige restauriert, andere rekonstruiert“, erklärte die Pastorin. An einigen Stellen wurde sich darauf geeinigt, die Fassung aus dem 19. Jahrhundert wieder herzustellen. Die älteren Fassungen, die darunterliegen, sollen laut Gudrun Schmiedeberg für die Nachwelt erhalten bleiben.

Ein Großteil der Elektrik musste auch entfernt werden, da die alte auf dem Putz angebracht war. Für die bestmögliche Beleuchtung wolle man sich laut Gudrun Schmiedeberg aber Zeit lassen. Es wurden sogar Studenten aus Wismar eingeladen, die Konzepte entwerfen.

Dass die Arbeiten an der 1233 erstmalig urkundlich erwähnten Kirche nach Ablehnung im Leader-Programm überhaupt noch angefangen werden konnten, verdankte die Kirchgemeinde den umliegenden Gemeinden und dem Amt Bützow-Land. Auf deren Hinweis hin wurde ein Antrag auf Fördermittel des ILERL-Fonds gestellt, der bewilligt wurde. Etwa ein Drittel der nötigen 290  000 Euro stammten aus diesem Topf. 100  000 Euro waren Eigenmittel, hinzu kamen Patronatsmittel.

Grund zur Freude bereitete nicht nur der abgeschlossene erste Bauabschnitt, sondern auch, dass das Luther-Bild der Kirche dieser Tage wieder in Neukirchen ankam. Beim Restaurieren wurden teils ungeahnte Farben wieder zum Vorschein gebracht. Für das Bild wird nun der richtige Platz in der Kirche diskutiert.

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erstellt am 05.Nov.2016 | 09:00 Uhr

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