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Gemeinden Region Bützow

26. Juli 2016 | 10:25 Uhr

Wir in Wiendorf : Mit Zwiebeln erste Kamera verdient

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Hobbyfilmer Ingo Braun hält regionale Zeitgeschichte für die Nachwelt fest

Die Geschichte der Ofenfabrik Schwaan ist abgedreht. An dem Film über den Umbau der ehemaligen Grundschule am Rühner Landweg in Bützow zu einem Wohnheim für Menschen mit Handicap arbeitet Ingo Braun seit einem Jahr. Und die Geschichte über die Rückkehr der Glocken der Autobahnkirche Kavelstorf ist fast fertig. Wer mit den Neu Wiendorfer über seine Leidenschaft – die Filmerei – ins Gespräch kommt, muss viel Zeit mitbringen. Denn fast hinter jeden Film steckt eine Geschichte hinter der Geschichte. Die von der spannenden Recherche nach Zahlen, Fakten und dem Aufspüren von Zeitzeugen, die er interviewen kann.

Die Leidenschaft zum Film begann schon in Kindertagen. „Wie bei vielen hat es mit der Fotografie begonnen“, erzählt Ingo Braun. Da hat er noch in der Rostocker Altstadt gewohnt. „Ich bin damals als Schüler zum Zwiebeln sortieren gegangen. Die wurden verpackt wie man das heute mit Eiern macht und gingen in den Export.“ Er habe dafür eine Mark pro Stunde bekommen. Seine erste Kamera war eine Penti. „Doch das hat mir nicht mehr gereicht. Mich reizte es, bewegte Bilder zu machen.“ Mitte der 1960er-Jahre kaufte sich der gelernte Schiffselektroniker seine erste Filmkamera. Es war eine Pentaka 8. Ingo Braun hat sie bis heute aufbewahrt. „Es gab in der Langen Straße in Rostock ein Geschäft von Carl-Zeiss-Jena. Dort, bei Herrn Sommer, habe ich mein ganzes Taschengeld gelassen.“

Ingo Braun, arbeitete viele Jahre im Klubhaus der Neptunwerft und später in der Rostocker Brauerei. In der Wendezeit absolvierte er noch einmal ein Jurastudium, war bis 2009 bei der Innungskrankenkasse tätig. Die Filmerei, vor allem im Familienkreis blieb ein Hobby. „Als Rentner muss man sich aber eine Beschäftigung suchen“, erzählt der Familienvater.

Aus dem Hobby wurde eine Leidenschaft. Zum einen ist da das Interesse für die regionale Geschichte. Sie zu bewahren sei wichtig. Und da sind die Zeitzeugen, die man im Bild festhalten kann. Aber vor allem ermöglicht der Film, die Erinnerungen der Zeitzeugen mit deren eigener Stimme zu bewahren. „Das ist etwas ganz Besonderes“, sagt Ingo Braun. Wie jetzt bei der Geschichte zu den in zweiten Weltkrieg verschwundenen Kirchenglocken von Kavelstorf. Dort konnte Ingo Braun eine 93-Jährige Zeitzeugin befragen.

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erstellt am 04.Jan.2016 | 10:00 Uhr

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