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Bützower Zeitung

28. August 2016 | 10:46 Uhr

Penzin : Gemeinde Penzin bleibt eigenständig

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Bürgermeisterin setzt bei Debatte um Gemeindefusion auf Prinzip der Freiwilligkeit

„Wir werden unsere Eigenständigkeit nicht kampflos aufgeben“, sagt Bärbel Kraatz. Sie ist die Bürgermeisterin von Penzin. Mit aktuell 144 Einwohnern gehört das Dorf im Amt Bützow-Land zu den kleinsten in Mecklenburg-Vorpommern. Es ist eine von insgesamt 276 Gemeinden im Land, die weniger als 500 Einwohner haben. Diese Zahl ist in der Kommunalverfassung des Landes festgeschrieben als Richtgröße für eine effektive Verwaltung. Mit dem Entwurf eines Leitbildes „Kommunen der Zukunft“ strebt das Land weitere Gemeindefusionen nach dem Prinzip der Freiwilligkeit an. Und auf dieses Prinzip baut Penzin.

„Über Jahre hat die Gemeinde Penzin bewiesen, dass eine Eigenständigkeit möglich ist“, sagt die Bürgermeisterin. Es gäbe eine intakte Gemeindevertretung, eine Freiwillige Feuerwehr mit 14 aktiven Kameraden und auch kulturell passiere einiges. „Es gibt Veranstaltungen für Senioren und für Kinder, wir haben auch noch eine kleine Gruppe der Volkssolidarität, wir treffen uns zum Herbstfeuer oder es werden auch Ausflüge organisiert“, erzählt Bärbel Kraatz.

Grundlage ist ein gesunder Haushalt. „Wir haben zur rechten Zeit gespart und mit dem Geld, was wir hatten in der Vergangenheit das erledigt, was zu erledigen war“, erklärt die Bürgermeisterin. Dazu gehört zum Beispiel ein kleiner Anbau am Feuerwehrgerätehaus. Er bietet Platz für rund 20 Personen, für Sitzungen der Gemeindevertretung und kleine Zusammenkünfte.

Mit den zur Verfügung stehenden Einnahmen könne Penzin gut leben. „Bei einer Fusion mit einer anderen Gemeinde wären wir nur ein Anhängsel“, sagt Kraatz. Man wüsste nicht, wie viel Stimmen man in einer großen Gemeindevertretung hätte. „Und das Geld, das wir mitbringen, geht in den großen Haushalt. Wir befürchten, dass wir dann nicht mehr den Einfluss darauf haben, was mit unserem Geld passiert.“

Und da in einer kleinen Gemeinde, mit einem gesunden Haushalt alles sehr übersichtlich sei, sei auch der Verwaltungsaufwand nicht so groß, meint die Bürgermeisterin. Und überhaupt: „Kein Geld kann die Eigenständigkeit und die Selbstbestimmung aufwiegen.“

Sie fragt sich: „Was haben die Fusionen von 2005 gebracht?“ Das Hochzeitsgeld sei aufgebraucht. Das hatte auch die Gemeinde Bernitt bei der Fusion von sechs Gemeinden im Jahr 1999 bekommen, hat davon unter anderem Gemeindezentren gebaut (nicht Gemeindestraßen wie gestern irrtümlich berichtet). Sie sind heute noch wichtige Orte für das kulturelle Leben in einem Dorf. Doch auch solche Einrichtungen könnten angesichts knapper Kassen in Gemeinden, die noch größer werden als es Bernitt ohnehin schon ist, in Frage gestellt werden, befürchtet Birgit Czarschka. Sie ist seit Sommer 2014 Bürgermeisterin von Bernitt, der flächenmäßig größten Gemeinde im Landkreis Rostock.

„Eigenständigkeit stärkt den Zusammenhalt im Dorf“, sagt Bärbel Kraatz selbstbewusst. Die Gemeinde Penzin sei stolz darauf, sich ihre Eigenständigkeit bewahrt zu haben.

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erstellt am 14.Jan.2016 | 10:00 Uhr

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