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Bützower Zeitung

05. Dezember 2016 | 01:25 Uhr

Wiendorf : Filigrane Schnitzerei beeindruckt

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Holzfiguren Paulus und Johannes sind nach umfangreicher Restauration zurück in der Dorfkirche zu Wiendorf

Sie sind zurück – Paulus und Johannes. Die beiden Holzfiguren, die viele Jahre in der Kirche zu Wiendorf auf dem Empore lagen. Nun sind sie restauriert und haben einen würdigen Platz in dem Gotteshaus gefunden. Paulus links im Kirchenschiff und Johannes auf der rechten Seite. So schauen sie beide nach vorne, zum Altar, wie Pastor Heiner Jungmann gestern beim kleinen Festgottesdienst erklärte.

Er übernahm es auch, einige Ausführungen zu den zurückliegenden Arbeiten an den historischen Figuren darzulegen. Denn die Diplom-Restauratorin Katrin Lau, die die Arbeiten ausgeführt hatte, musste kurzfristig ihre Teilnahme absagen.

Die vermutlich aus dem 16. Jahrhundert stammenden Skulpturen seien Ende des 19. Jahrhunderts in einer Bestandserhebung von Friedrich Schlie der Wiendorfer Kirche zugeordnet worden, erklärt Pastor Jungmann. Schlie habe seinerzeit alle Kirchen in Mecklenburg erfasst. Für Wiendorf sei ein Paulus ohne Kopf, ein Johanneskopf und eine Figur ohne Kopf bei Schlie verzeichnet. „Dann müsste es ja drei Figuren geben“, so der Pastor. Doch nicht nur das gebe Rätsel auf. Auffallend sei zum Beispiel auch, die filigrane Schnitzerei an den Köpfen. Dies passe nicht zu den anderen Teilen der Figuren. Das könne zum Beispiel dafür sprechen, dass die einzelnen Teile eigentlich gar nicht zusammengehören, erst später so zusammengesetzt worden seien. Beweisen lasse sich dies aber nicht. Doch das spiele auch nicht die Rolle. Vielmehr ist Pastor Jungmann froh, dass die Restauration der beiden Figuren so gelungen sei. Zu verdanken ist das dem Förderverein Dorfkirche Wiendorf, der das mit angeschoben hat. Investiert wurden rund 6500 Euro, getragen zu jeweils einem Drittel durch den Förderverein, die Kirchengemeinde und die Landeskirche. „Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden“, sagt Vereinsvorsitzender Peter Reizlein. „Man bekommt ein Gefühl für die Kosten. Hier wurden wirklich sehr viele Stunden investiert“, so der Wiendorfer.

Schlie schreibe auch von einer dritten Figur, eine Anna Selbdritt. Diese habe sich einst in Kirchenarchiven in Güstrow befunden und liege nun im Schwaaner Pfarrhaus, sagt Jungmann. Er und Reizlein sind sich einig, sie vielleicht ebenfalls wieder in die Wiendorfer Kirche zurückzuholen. „Wie, das müssen wir mal sehen“, sagt der Pastor. Auf jeden Fall möchte der Verein die Ausmalung des Altarraums im kommenden Jahr in Angriff nehmen. „Wir haben dort alte Farbschichten gefunden, müssen das mit der Denkmalpflege noch abstimmen“, so der Vereinsvorsitzende. Das Kirchenschiff hatten Vereinsmitglieder in den zurückliegenden Jahren schon malermäßig in Schuss gebracht.

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erstellt am 17.Okt.2016 | 12:00 Uhr

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