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Bützower Zeitung

08. Dezember 2016 | 19:06 Uhr

Steinhagen : Feuerwehren proben den Ernstfall

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Kameraden von vier Freiwilligen Feuerwehren retten Unfallopfer

Sonnabend, kurz nach 9 Uhr: Ein Bus und ein Pkw sind kollidiert. Mehrere Menschen sind verletzt. Das ist das Szenario, welches sich die Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehren Jürgenshagen, Klein Sien, Steinhagen, und Neuendorf ausgedacht haben. Bei gerade einmal zehn Grad kommen einige der rund 40 Kameraden an diesem Übungsvormittag mächtig ins Schwitzen.

„Die Zahl der Brandeinsätze wird weniger, technische Hilfeleistungen steigen“, sagt Ralf Ackerhans, Amtswehrführer im Amt Bützow-Land. Die Wehr aus Jürgenshagen ist neben der aus Bützow die einzige im Amtsbereich, die über die Geräte für technische Hilfeleistungen auf ihrem Einsatzfahrzeug verfügt. Dazu gehören unter anderem hydraulische Schere und Spreize, um Menschen aus Autowracks zu befreien. „Seit dem wir 2001 unser Fahrzeug haben, verfügen wir über diese Technik. Die war in die Jahre gekommen. Doch 2013 haben wir mit Fördermitteln des Landkreises neue Einsatzgeräte erhalten“, sagt Uwe Eltner, Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Jürgenshagen.

Bisher mussten die Kameraden diese Spezialtechnik nur selten einsetzen. Dennoch wird zweimal im Jahr damit geübt. Schließlich soll in einem Ernstfall alles klappen. Denn die Autos werden immer stabiler. „Die Säulen bestehen aus höherfestigem Stahl“, erklärt Dirk Berndt, stellvertretende Wehrführer in Jürgenshagen. Auch muss beim Aufschneiden von Wracks auf die Airbags geachtet werden. Explodieren diese, könnten Autoinsassen als auch die Retter gefährdet werden. „Deshalb sollte jeder Autofahrer heute eine Rettungskarte hinter der Fahrersonnenblende stecken“, so Berndt. Darin können die Wehrleute sehen, wo sich Airbags befinden und wie der Strom unterbrochen werden kann. Jedes Auto ist anders aufgebaut. „Deshalb sind wir André Liedtke dankbar, dass er uns immer wieder Fahrzeuge für Übungszwecke bereitstellt“, sagt Eltner.

Neuland betreten an diesem Vormittag die Kameraden der beiden Wehren aus Steinhagen und Neuendorf. Wehrführer Roland Matzmohr ist der Einsatzleiter. „Wir werden eigentlich nur gerufen, um die Bützower Wehr zu unterstützen. Denn die ist ein eingespieltes Team. Dennoch ist es wichtig, dass auch wir die Technik kennen“, sagt Matzmohr. Denn es könnte sein, dass die Bützower einmal verhindert sind, bei einem anderen Einsatz gebraucht werden, oder es gibt ein Großereignis wie beim Tornado, nennt der Neuendorfer Wehrführer Beispiele. Dann sei es wichtig, dass sich die Kameraden der Wehren untereinander kennen. Nach einer kurzen Einweisung geht es zur Sache.

Mitglieder der Jugendfeuerwehren aus Steinhagen und Jürgenshagen sind bei dieser Übung Statisten. Sie sind die verletzten Fahrgäste im Bus. Während die einen Feuerwehrmänner den verunglückten Fahrer des Pkw bergen, müssen mit der Spreize die Türen des Busses geöffnet werden, denn die sind verklemmt. Dann werden die Verletzten aus dem Bus evakuiert. Plötzlich fängt das Auto Feuer. Das muss gelöscht werden. So der Befehl des Einsatzleiters. Also wird mit Schaum der vermeintlich Brand erstickt.

Nach rund einer Stunde ist die Übung vorbei. Noch vor Ort erfolgt die Auswertung. Es wird angesprochen, was gut funktioniert hat, und auch die Fehler werden nicht unter den Teppich gekehrt. „Die Kameraden unserer Wehren haben in Fragen der technischen Hilfeleistung heute wirklich viel gelernt“, zieht Matzmohr ein positives Fazit.

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erstellt am 17.Okt.2016 | 05:00 Uhr

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