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Bützower Zeitung

28. September 2016 | 22:31 Uhr

Schwaan : Expedition in die Welt der Kräuter

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Mandy Wille entdeckt mit Kursteilnehmern die heilende Wirkung von Löwenzahn und Co.

Giersch, Löwenzahn und die Weiße Taubnessel haben eines gemeinsam: Sie gelten bei Gartenbesitzern häufig als lästiges und vor allem hartnäckiges Unkraut. Dass alle drei Wildkräuter bei der richtigen Anwendung auch nützliche Heilmittel sein können, erfuhren gestern die Teilnehmer der Schwaaner Kräuterwanderung. Heilpraktikerin Mandy Wille nahm ihre Gäste mit auf eine dreistündige Entdeckungsreise durch die Bürgermeisterwiesen hinter der Kunstmühle.

„Was kann ich jetzt im Herbst sammeln und wofür kann ich es einsetzen – das sind die Grundlagen, die ich in dieser Wanderung durch die Natur vermitteln möchte“, sagt Mandy Wille. Die Weiße Taubnessel gegen Erkrankungen der Harnwege, Franzosenkraut für einen höheren Eisengehalt im Körper oder die Rinde der Weide, um Kopfschmerzen wirksam zu bekämpfen: Fast alle Pflanzen haben ihr eigenes Anwendungsgebiet. Dabei stellt die Expertin aber auch klar, dass die Kräuter keineswegs den Arzt ersetzen dürfen. „Man sollte vor der Anwendung den Rat eines Mediziners oder Apothekers einholen“, sagt die 47-Jährige.

Dennoch sind es meist schon kleine Kniffe , mit denen eine große Wirkung erzielt werden kann. So empfiehlt die Expertin etwa eine 30-tägige Löwenzahn-Kur, um die Leber zu stärken. „Angefangen mit einem Stiel, sollte die Dosis täglich gesteigert werden. Ab dem 15. Tag geht es dann wieder rückwärts“, sagt Mandy Wille. Auch, wenn die Gesichter einiger Teilnehmer erst einmal von Verwunderung zeugten, war die Resonanz nach dem Probieren eines Löwenzahn-Stiels positiv. „Das werde ich auf jeden Fall mal ausprobieren“, sagt Christin Bastigkeit aus Schwaan. Zwar wisse sie einiges aus Büchern, dennoch sei ihr viel wohler dabei, wenn eine Expertin vor Ort auf nützliche Kräuter aufmerksam mache.

Dauerthema während der Führung war übrigens das Wildgewächs Giersch, über dessen Ausbreitung im eigenen Garten nicht wenige der Frauen ihren Unmut äußerten. Wie schnell sich diese Ansicht jedoch wandeln kann, bewies Mandy Wille, die sich liebevoll selbst als „passionierte Kräuterhexe“ bezeichnet. Als Spinat, für Pesto oder auch als Petersielienersatz empfiehlt sie die grüne Pflanze, die fast das ganze Jahr wächst und sich schnell vermehrt. Nach einer kleinen Kostprobe vor Ort waren sich Gudrun Höwt und Siegrid Packebusch sicher, „Giersch schmeckt so gut, dass wir das bestimmt mal ausprobieren.“

Die Natur steckt dann doch immer wieder voller Überraschungen, denen Mandy Wille und ihre Gäste auch in Zukunft weiter auf den Grund gehen werden.

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erstellt am 23.Sep.2016 | 12:00 Uhr

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