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Bützower Zeitung

29. März 2017 | 13:06 Uhr

Bützower müssen Gärten verlassen : „Es ist für uns schon ein bitterer Augenblick“

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Pächter von Gartengrundstücken zwischen Leninring und Warnowweg müssen ihre Parzellen räumen

„Die meisten werden wohl die Kröte schlucken“, sagt Axel Seehawer. Der Bützower gehört zu den Gartenbesitzern zwischen Leninring und Warnowweg, die ihre Parzellen räumen müssen. Dort soll ein neues Baugebiet für Eigenheime entstehen (SVZ berichtete). Jetzt hatte die Stadt zu einer Informationsveranstaltung eingeladen.

Es sei wie es sei und eine Chance hätten sie ohnehin nicht, sagt Axel Seehawer. Seit über 20 Jahren habe er den Garten, sagt der Bützower. Andere wären sogar über 30 Jahre an diesem Standort, hätten seinerzeit das Areal als Gartenfläche mit erschlossen. Nun ist Schluss.

Die Stadtvertretung hatte im Herbst vergangenen Jahres beschlossen, dort ein Eigenheimgebiet zu schließen. Denn Bützows bisher ausgewiesene Bauflächen sind alle belegt. Deshalb hatte die Stadt zwei Areale favorisiert, die für eine schnelle Erschließung in Frage kommen. Dazu gehört die mit den Gärten zwischen Leninring und Warnowweg.

„Ich habe davon das erste Mal im Oktober in der SVZ erfahren“, so Axel Seehawer. „Es ist für uns ein bitterer Augenblick.“ Doch im Grunde könnten sie nichts gegen die Kündigung machen. Das sei in den Pachtverträgen vor über zwei Jahrzehnten so mit aufgenommen worden. Im Falle von Bauerschließungsmaßnahmen könne der Vertrag mit einer Frist von drei Monaten gekündigt werden. „Wir haben zwar immer gehofft, dass das nicht passiert, doch nun ....“, sagt Seehawer. Die Stadt mache von ihrem Kündigungsrecht Gebrauch.

Der Hauptausschuss hatte in seiner Februarsitzung zudem Anreize geschaffen. Sollten Pächter binnen zwei Monaten nach Erhalt der Kündigung das Grundstück übergeben, können sie es einerseits unberäumt hinterlassen, andererseits erwartet sie eine finanzielle Entschädigung. 500 Euro seien in Aussicht gestellt worden, sagt der Bützower. „Das werden wohl alle annehmen“, sagt Seehawer. Einige hätten am zurückliegenden Wochenende bereits damit begonnen, ihre Gärten auszuräumen. Die Stadt selbst hatte bereits Ende Februar leer stehende Parzellen beräumt.

Nach der Info-Veranstaltung in der vergangenen Woche, die nach Aussagen von Seehawer sehr sachlich verlaufen sei, würden alle auf die schriftliche Kündigung warten. Der Bützower selbst hat aber noch ein anderes Problem. Er habe immer einen Hund gehabt, erst vor einem Jahr einen Vierbeiner aus dem Tierheim geholt. „Ich wohne in unmittelbarer Nähe im Warnowweg, das hat gut funktioniert“, sagt Axel Seehawer. Nun müsse er sehen, wo er etwas passendes findet.

Die Fläche, zwischen Leninring und Warnowweg, die für den Eigenheimbau erschlossen werden sollen, besteht aus zwei verschiedenen Bereichen. Der vordere, dort wo auch Seehawer seinen Garten hat, ist direkt von der Stadt verpachtet. Im hinteren Bereich gehören die neun betroffenen Parzellen zu einer Gartenanlage. Mit den Pächtern soll es in dieser Woche ein Gespräch geben, habe der Bützower erfahren.

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erstellt am 14.Mär.2017 | 06:00 Uhr

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