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Bützower Zeitung

10. Dezember 2016 | 04:06 Uhr

Neuendorf : „Eine Schande für das Dorfbild“

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Anwohner kritisieren Zustand des Dorfteiches

Als Anwohner Neuendorfs ist Ottmar Michalski empört über den Zustand des Dorfteichs, als Kamerad der Freiwilligen Feuerwehr Neuendorf warnt er sogar vor den Folgen. Von einem „katastrophalen Zustand“ war die Rede. „Die Wasserfläche hat nicht mal mehr zehn Quadratmeter. Und wenn es wirklich mal brennt im Dorf, ist der Teich in fünf Minuten leer.“ Der SVZ-Leser wandte sich an die Redaktion, weil er das Gefühl habe, dass sich in der „causa Dorfteich“ nichts tue.

Der Feuerwehrmann rechnet damit, dass der Teich in drei bis vier Jahren nicht mehr existieren wird. Schon jetzt sei der Wasserstand geringer denn je. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir dort mal eine Stunde Wasser ziehen könnten.“ Bei größeren Einsätzen, wie etwa Dachstuhlbränden, könnte dies der Fall werden. Die Situation sei aus Sicht der Feuerwehr zwar noch verträglich, aber alles andere als optimal. „Es ist fünf vor Zwölf“, sagt Ottmar Michalski.

Der Neuendorfer erinnert sich noch daran, wie er vor Jahren mit dem Nachwuchs auf dem Teich Schlittschuh laufen und angeln war. Beides sei nun undenkbar – zu wenig Wasser, keine Fische. „Alle Kinder haben dort früher geangelt. Das war immer ein echtes Highlight für die Lütten.“ Ans Fischen ist nicht mehr zu denken, selbst dem Reiher geht das Wasser laut Ottmar Michalski kaum noch bis über die Beine hinaus. Die Wasserpest ist der Situation nicht unbedingt zuträglich.

Bürgermeister Dirk Voß ist der Zustand des Teichs ebenfalls bekannt. Dieser habe sich deutlich verschlechtert. „Der Teich sieht wirklich schlecht aus.“ Dies habe natürlich auch Auswirkungen auf das Dorfbild. Da waren sich Voß und Michalski einig, wenngleich Ottmar Michalski einen drastischeren Ton anschlägt: „Neuendorf ist ein schönes, kleines, ruhiges Dorf. Aber der Teich verschandelt das Bild.“

Einig sind sich die beiden auch darüber, dass der Zustand des Gewässers seit den Renovierungsarbeiten vor sechs Jahren noch schlimmer sei als vor den Arbeiten. Im Volksmund munkelt man sogar, dass die Bagger damals die Wasserpest mitgebracht hätten. 15  000 Euro wurden im Dezember 2010 investiert, als ausgebaggert wurde. Aufgrund von Auflagen durfte das Schilfwerk nicht gänzlich entfernt werden. Nicht folgenlos: „Das Schilf ist schlimmer als vor den Arbeiten“, sagt Bürgermeister Voß.

„Ich bin nicht allein mit der Meinung“, erklärt Ottmar Michalski. Käme das Thema im Ort zur Sprache, „schlagen alle die Hände über dem Kopf zusammen. Das Thema ist bekannt. Aber es tut sich nichts.“ Der Neuendorfer wandte sich an in der Hoffnung an die SVZ, dass die entscheidenden Personen „wachgerüttelt werden“.

Hartmut Kühn muss gar nicht wachgerüttelt werden. Als Gemeindevertreter versichert er, dass die Gemeindevertretung die beständige Thematik auf dem Schirm habe. „Das Thema ist uns nicht egal. Aber der Dorfteich ist ein Problem, das nicht so einfach zu lösen ist.“ Die Thematik habe hohe Priorität, da es sich um einen Löschwasserteich handelt. Aber wie Hartmut Kühn erklärt, könne nicht einfach mit einem Bagger nach unten gegraben werden. Eine Lehmwanne verhindere dies. Die Ideenschmiede laufe auf Hochtouren. Aber es müssen Fördertöpfe angezapft werden und ein fachmännisches Unternehmen für die Arbeiten gefunden werden. Denn alle Beteiligten können und wollen auf ein zweites Bau-Fiasko verzichten, dass das Dorfbild wieder nur kurzfristig aufhübscht.

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erstellt am 11.Nov.2016 | 05:00 Uhr

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