zur Navigation springen

Bützower Zeitung

02. Dezember 2016 | 21:10 Uhr

Zepelin : Eine Kooperation, die sich auszahlt

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Die Imker Astrid und Werner Grigull setzen auf die Zusammenarbeit mit Landwirten

Der Honig von Astrid und Werner Grigull aus Zepelin ist frei von Pestiziden. Das hat der Landesverband der Imker Mecklenburg-Vorpommern jetzt festgestellt. „Wir wurden dazu aufgefordert, vor allem Proben von Rapshonig einzuschicken, weil gerade da die Angst vor giftigen Stoffen am größten ist“, sagt Astrid Grigull. Letztendlich seien keinerlei Spuren nachweisbar gewesen. „Wir können mit Stolz sagen, dass unserer Honig rein ist“, so Astrid Grigull.

Hintergrund der Untersuchung ist die Angst vor einer Verunreinigung durch den Einsatz von Chemie in der Landwirtschaft. Während die Bauern in dieser Thematik häufig kritisiert werden, steht für die Grigulls fest, dass der Generalverdacht fehl am Platz ist. Das Ehepaar arbeitet seit Jahren mit Landwirten wie Martin Vorbeck aus Jabelitz und der Agrofarm Lüssow zusammen. So stellen sie ihre Bienenvölker im Frühjahr an die Feldränder, damit die Tiere dort Pollen und Nektar sammeln können.

Mit den Landwirten sprechen die Imker über die besten Plätze, an denen die Bienenkästen aufgestellt werden können und geeignete Zeiten für den Einsatz von Spritzmitteln, damit die Abdrifft der Spritzmittel nicht über die Bienenkästen zieht und die Wasserholerinnen von einer nicht-konterminierten Fläche Tautropfen sammeln können.

Martin Vorbeck richtet sich dabei am Verhalten der Tiere aus. „Man kann richtig beobachten, dass die Bienen schon morgens zwischen 7 und 7.30 Uhr losfliegen. Das geht bis in den späten Nachmittag“, sagt der Landwirt. Es sei ein richtiges Schauspiel, wenn die vielen tausend Bienen auf den Feldern unterwegs sind.

„In einem Kasten allein sind ja zwischen 60 000 und 70 000 Bienen. Wenn die sich dann zurückziehen, bemerkt man es schnell und weiß, dass man fahren kann“, so Vorbeck. Sich genau auf diese Arbeitsweise verlassen zu können, sei für Imker besonders wichtig, betont Astrid Grigull.

Durch die enge Zusammenarbeit entsteht am Ende Honig in bester Qualität – und das ohne den Aufdruck „Bio“. „Wir sind stolz darauf, dass wir ein so wertvolles Lebensmittel mit konventioneller Imkerei und Landwirtschaft herstellen “, sagt Werner Grigull. Genau wie in der Landwirtschaft sei die Wirtschaftsweise des Imkers das A und O. „Um sorgsam mit meinen Bienen umzugehen, muss ich kein zertifizierter Bio-Imker sein“, sagt Werner Grigull.

Verantwortung müssen allerdings auch Privatpersonen übernehmen, sagt das Imker-Ehepaar. „Es kann schließlich nicht alles auf den Bauern geschoben werden“, erklärt Astrid Grigull. So müssten beispielsweise auch Kleingärtner, die ihre Pflanzen mit einer Handspritze bearbeiten, verantwortungsvoller mit der Chemie umgehen. Ein Hauptproblem sei allerdings auch, dass es zu wenig Pollenträger gibt.

„Die Bienen brauchen früh- und spätblühende Pflanzen und Bäume, wie zum Beispiel Weiden im Frühjahr. Diese werden leider vermehrt kurz vor der Blüte abgeschnitten“, sagt die Imkerin. Wie wichtig die Pollen seien, gerate bei den meisten Menschen immer mehr in Vergessenheit. Dadurch ergibt sich ein globales Problem. Denn: „Wenn die Bienen bestimmte Pflanzen nicht mehr bestäuben können, gibt es bestimmte andere Pflanzen irgendwann auch nicht mehr – und dann können auch andere Insekten wie Hummeln oder Schmetterlinge nicht mehr sammeln gehen“, erklärt Astrid Grigull.

Über die gute Zusammenarbeit mit Landwirt Martin Vorbeck sind die Grigulls daher besonders froh. Zum Dank gab es selbstgemachten Met und eine Kerze aus Bienenwachs.


zur Startseite

von
erstellt am 03.Nov.2016 | 21:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen