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Bützower Zeitung

27. Juni 2016 | 02:20 Uhr

Begegnungsstätte : Ein neues Vereinshaus für Bützow

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Präsidentin des Bützower Carnevalsvereins wünscht sich Domizil für Ehrenamtler / Bürgermeister hat schon ein Objekt im Blick

„Ich wünsche mir eine Begegnungsstätte für Vereine.“ Das sagte Britta Wagner, Präsidentin des Bützower Carnevalsvereins, kürzlich in unserem Interview zum Wochenende. Die Frage lautete: Was würden Sie als Bürgermeisterin sofort ändern? Denn seitdem vor fünf Jahren das Bürgerhaus Am Ausfall geschlossen wurde, gibt es keinen Anlaufpunkt mehr für die vielen Ehrenamtler in Bützow. Könnte sich das ändern? Bürgermeister Christian Grüschow (parteilos) möchte nicht zu viel verraten, sagt aber, es gibt schon Gespräche und er habe auch schon ein konkretes Objekt ins Auge gefasst.

Rückblende: Im November 2010 wurde das Bürgerhaus in der Straße Am Ausfall geschlossen. Dem voraus gegangen war ein Streit in der Stadtvertretung. Das marode Gebäude war zu teuer, die Betriebskosten zu hoch. Bemühungen, Fördermittel aus dem damals aufgelegten Konjunkturprogramm des Bundes für die Sanierung des Hauses zu bekommen, scheiterten. Schließen oder Geld investieren? – Fast ein Jahr dauerte die Diskussion. Bevor sich die Stadtvertreter einig waren, suchten sich Vereine wie beispielsweise die Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft (BQG), der Demokratische Frauenbund (dfb) oder der Fotoklub Nordlicht andere Räume. Damit war das Ende des Hauses besiegelt.

Dabei sei ein solches Haus, ein zentraler Anlaufpunkt, für Vereine so wichtig, sagt Britta Wagner. „Unser Verein macht mit den Tanzgruppen Kinder- und Jugendarbeit. Wenn wir uns zu Versammlungen treffen, geht das immer irgendwie reihum“, erzählt die Vereinspräsidentin.

Anderen Gruppen gehe es ähnlich. „Wenn der Angelverein zum Beispiel Beiträge kassieren will, sucht er sich immer irgend eine Gaststätte“, nennt Wagner ein weiteres Beispiel. „Viele Vereine sorgen zudem für die kulturelle Vielfalt in der Stadt und das alles ehrenamtlich“, erklärt Wagner.

Und dieses Engagement wird auch nicht abgestritten. Bei der SVZ-Podiumsdiskussion zur Bürgermeisterwahl vor zwei Jahren wurde die Ja-oder-Nein-Frage „Wollen Sie das Bürgerhaus wiederbeleben?“ gestellt. Alle Kandidaten antworteten damals mit Ja.

„Der Bedarf ist definitiv vorhanden“, sagt Bürgermeister Christian Grüschow auch heute. Das „Ja“ aber allein auf das Bürgerhaus zu projezieren, funktioniere nicht. „Es geht nicht nur darum, ein Haus herzurichten, sondern es müssen auch die Folgekosten berücksichtigt werden“, sagt Grüschow. Und da sei aus seiner Sicht das Bürgerhaus einfach zu groß. Das Thema sei aber nicht aus den Augen gelassen worden. Er wolle sich noch nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, verrät aber, dass er „schon ein konkretes Projekt im Blick“ hat.

Darüber sei im Hauptausschuss erst kürzlich diskutiert worden. Er hatte in der Vergangenheit schon diverse Objekte in Erwägung gezogen. Letztendlich müsse das aber solide finanzierbar sein. Deshalb könne er sich zum Beispiel vorstellen, ein solches Haus vielleicht auch mehrfach zu nutzen. Ein Haus sowohl mit Vereinsräumen, als auch solchen, die zum Beispiel als Büros vermietet werden.

„Unsere Fraktion wollte das Bürgerhaus nicht schließen“, sagt Ralf-Peter Katzer (UBB). Aber heute stelle sich nicht die Frage, ob Bützow ein Haus für Vereine braucht, sondern, wie das umgesetzt werden kann. „Wer in den Haushalt schaut, der sieht, dass wir als Stadt sehr viel in die freiwilligen Leistungen investieren“, erklärt Katzer. Natürlich wäre ein Haus für Vereine gut. Aber am Ende des Tages stehe die Frage, wer alles löhnt. „Und das kann nicht die Stadt alleine sein.“ Die Idee, möglicherweise über eine Stiftung ein solches Haus zu betreiben wäre ein Weg, habe er aus der Diskussion im Hauptausschuss mitgenommen.

„Wir treffen uns zumeist bei jemandem in der Wohnung oder in der Werkstatt“, sagt Stadtvertreter Matthias Röse (EB) und Mitglied der Bützower Oldtimerfreunde. Auch er stehe dazu, dass Vereine vernünftig unterkommen müssen. Obwohl es zum Teil sehr unterschiedlich sei, was Vereine benötigen. Doch auch Röse verweist darauf, dass es finanziell „eine tragbare Lösung“ sein muss.

Sie habe erst kürzlich beim Karneval mit dem Bürgermeister darüber gesprochen, erzählt Britta Wagner. Christian Grüschow stellte gestern im Gespräch mit SVZ eine Lösung vielleicht bis 2017 in Aussicht.

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erstellt am 14.Feb.2016 | 08:00 Uhr

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