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Bernitt/Qualitz : Ein Nachmittag an der Drehscheibe

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Zum Tag der offenen Töpferei empfingen Werkstätten in der Region Besucher

Gleichmäßige Bewegungen, immer genügend Wasser auf den Ton geben und auf die Hände achten – der Umgang mit der Drehscheibe ist gar nicht so leicht. Das stellte auch Leo Schröder aus Neu Bernitt fest, der den Tag der offenen Töpferei am Sonnabend nutzte, um sich gemeinsam mit seiner Mutter Stine die Werkstatt von Rainer Finck in Bernitt anzuschauen. Klar, dass er da gleich mal selbst an die Drehscheibe wollte, um auszuprobieren, wie aus einem Klumpen Ton ein schönes Stück Keramik entstehen kann.

Rainer Finck macht schon von Anfang an bei dem Aktionstag mit. Es sei eine gute Gelegenheit, um das Handwerk einer breiteren Masse zugänglich zu machen, so der Bernitter. Er habe selbst bis zu seinem 18. oder 19. Lebensjahr gar nicht gewusst, dass dieser Beruf existiert. „Ich dachte, das macht die Industrie“, erzählt Finck, der seine Werkstatt seit 20 Jahren betreibt. „Ich genieße den Freiraum, den mir der Beruf gibt. Der Reiz liegt in der Suche der einfachen Zusammenhänge. Ich mache etwas mit meinen Händen und kann davon auch leben. Dass das so lange funktioniert, hätte ich selbst auch nicht immer gedacht.“

Mit den richtigen Kniffen entsteht aus einem Klumpen Ton ein schön geformtes Gefäß.
Mit den richtigen Kniffen entsteht aus einem Klumpen Ton ein schön geformtes Gefäß.
 

Interesse wächst stetig

Die offene Werkstatt zog nicht nur interessierte Laien, sondern auch Kollegen an. So nutzte Eva Güthoff aus Eickhof, die selbst mit Ton arbeitet und einen Skulpturengarten betreibt, der ebenfalls oft für Besucher geöffnet ist, die Gelegenheit, um bei Rainer Finck vorbeizuschauen. Sie tausche sich gern mit dem Töpfermeister aus, den sie schon lange kenne und der auch schonmal bei ihr vorbeischaue, wenn es seine Zeit erlaubt, erzählte die Rentnerin. „Ich hole mir gern bei ihm Anregungen. Aber dennoch verstehe ich mich selbst nicht als Töpferin, sondern als Skulpturistin.“

Zugute kommt den Töpfermeistern das wachsende Interesse an ihren Produkten. Die Selbermacherszene, die in den vergangenen Jahren vor allem in den Städten entstanden ist, schlage auch auf die ländlichen Regionen aus, sagt Rainer Finck. Ein gewisser Überdruss an industriell hergestellten Waren sei deutlich zu erkennen. Das bestätigt auch Dorit Lilienthal aus Qualitz, die am Wochenende ebenfalls ihren Fundus präsentierte. „Ich mache schon immer beim Tag der offenen Töpferei mit. Er ist von Jahr zu Jahr besser besucht. Man merkt richtig, dass das Interesse am Kunsthandwerk stetig steigt“, sagt die Keramikerin, die ihre Arbeiten vor ihrem Haus präsentierte und den Besuchern nachmittags eine Vorführung ihrer Arbeit gab.

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erstellt am 12.Mär.2017 | 20:45 Uhr

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