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Bützower Zeitung

11. Dezember 2016 | 14:54 Uhr

Einzelhandel : Ein Aufruf an die Bützower

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Ruth Döhring will Schließungen von lokalen Geschäften nicht einfach hinnehmen

Der SVZ-Artikel „Schaufenster werden dunkel“ in der Ausgabe vom Sonnabend rief Reaktionen der Bützower hervor. Der Text griff die Situation des lokalen Einzelhandels auf: Nach und nach schließen die Läden und die Innenstadt verwaist.

SVZ-Leserin Ruth Döhring wandte sich an die Redaktion und bat darum, dem im Artikel beschriebenen Trend des nachlassenden Einzelhandels nach Möglichkeit entgegenzuwirken. „Die Leute müssen motiviert werden, mehr in privaten Läden einkaufen zu gehen“, sagt die Bützowerin. Sie nimmt an, dass andernfalls die Läden vor Ort eingehen werden.

Für Ruth Döhring liegen die Vorteile, direkt vor der Haustür einzukaufen statt im Supermarkt oder im Internet, auf der Hand: „Es werden Spritkosten und Versandkosten gespart.“ Es seien eher die jungen Leute, die online etwas bestellen. Sie habe selbst einen Laptop und die Möglichkeit, ins Internet zu gehen, nutze sie aber zumindest zum Einkaufen nicht. Viele, vor allem Einwohner älteren Jahrgangs, hätten aber gar kein Internet. Und das world wide web fördere die Schließungen.

Als Zeichen des Rückgangs zählt die Bützowerin Läden auf, die sie und viele weitere vermissen. „Der Schlachter hat geschlossen. Nun bleibt nur noch der Supermarkt“, moniert sie. Es gäbe auch nur noch einen traditionellen Bäcker. „Und die Bützower wissen doch noch, wie gut das Brot oder die Plätzchen früher schmeckten.“

Lobend hebt Ruth Döhring auch die Drogerie in der Langestraße hervor, die sie seit Jahren besucht. „Man wird dort gut beraten und bedient. Es können Cremes ausprobiert und dann überlegt werden, ob man sie kauft.“ Internet und Supermarkt würden diesen Service nicht leisten können. Auch andere Traditionsgeschäfte haben dies geleistet, auch wenn sie zum Teil nicht mehr existieren. „Ich bin froh, dass wir wenigstens noch ein Schuhgeschäft haben.“

Außerdem halte sich das Gerücht, dass die örtlichen Einzelhändler teurer wären als große Ketten oder das noch größere Internet. Aber: „Die Preise sind gar nicht so hoch“, hält Ruth Döhring entgegen. „Im Kaufhaus sind die Preise genauso gestiegen.“ Die Ausnahme seien Sonderangebote auf „Grabbeltischen“, wo dann allerdings die Qualität zu wünschen übrig ließe. „Ein 15-Euro-Pullover hält doch meist nur wenige Wochen.“

Kürzlich wollte Ruth Döhring Blumenerde kaufen. Beim lokalen Holzhändler gab es diese auch. Da der Bützowerin der Sack Erde aber zu schwer war, packte der Chef diesen kurzerhand auf einen Handwagen und brachte ihn zu Ruth Döring nach Hause. „Macht das ein Supermarkt?“, fragt sie.

Auch Ruth Döhring ist klar, dass einige Geschäfte aufgrund des Alters oder des Gesundheitszustandes der Betreiber schließen. Der generelle Leerstand einiger Schaufenster ist ihr aber ein Dorn im Auge. „Die Bützower sollen hier einkaufen, auch damit die Stadt besser aussieht und nicht alles leer steht. Es wäre schade, wenn die Bürger nicht zu motivieren sind, in privaten Geschäften einzukaufen.“ Ihre Befürchtung: In zehn Jahren könnte sie vor noch mehr dunklen Schaufenstern stehen.“

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erstellt am 10.Nov.2016 | 12:00 Uhr

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