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Bützower Zeitung

09. Dezember 2016 | 04:52 Uhr

Bützow : Diebe auf dem Friedhof

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Immer wieder wird in Bützow Grabschmuck entwendet / Skrupellose Täter werden immer dreister

Fassungslos ist eine Bützowerin, die gerade erst vor wenigen Wochen ihren Lebensgefährten zu Grabe getragen hat. Denn Unbekannte haben eine Blumenschale von der letzten Ruhestätte gestohlen. „Meine Mutter ist sprachlos, kann das alles nicht begreifen“, schildert Tochter Martina Peschke am SVZ-Telefon. Die Frau, die bei Hannover Zuhause ist, hatte die Schale extra für das Grab anfertigen lassen. Leider ist ein solcher Diebstahl kein Einzelfall.

Matthias Knappe von der Friedhofsverwaltung ist angesichts solcher Taten traurig. „Zumal sich die Art im Gegensatz zu früher geändert hat“, so Knappe. „Früher wurden mal ein paar Blumen mitgenommen, heute ganze Gestecke oder eben so wertvolle Schalen.“

Die Diebe würden schon bewusster und geplanter vorgehen. Früher hätten diese Blumen von einem Grab genommen, um diese dann auf das Grab des eigenen Angehörigen zu legen. Heute werden Pflanzen regelrecht ausgebuddelt. Danach würde die Fläche wieder glatt geharkt. Zum Teil würden auch an den Grabsteinen angebrachte Ornamente entfernt und mitgenommen.

Besonders makaber wirken solche Taten, wenn sie im Zusammenhang zum Beispiel mit einem Feiertag geschehen. So häufen sich Blumendiebstähle am Muttertag, wie Matthias Knappe feststellen musste. „Keine Mutter freut sich über Blumen, die von einem Grab gestohlen wurden“, ist Knappe überzeugt. Und dennoch passieren diese Taten immer wieder. Doch der Friedhofsverwaltung sind die Hände gebunden.

Dabei ist jeder einzelne Diebstahl eine Straftat, wie Gert Frahm betont. Betroffene sollten sich nicht scheuen, eine Anzeige zu machen, sagt der Sprecher der Polizeiinspektion Güstrow. Doch das sei eher die Seltenheit. Die Angehörigen der Verstorbenen kommen zu Matthias Knappe. „Da mischt sich dann die Wut mit der Trauer. Oftmals wollen die Familienmitglieder dann nur reden und es verstehen“, so der Friedhofsverwalter.

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erstellt am 20.Nov.2016 | 21:00 Uhr

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