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Bützower Zeitung

09. Dezember 2016 | 18:25 Uhr

Bützow : Die Akte zur Geschichte der Rühner Straße 6

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Die Geschichte zu dem sanierungsbedürftigen Haus nimmt neue Formen an

Im Fall des Hauses in der Rühner Straße Nummer 6 lässt Dr. Wolfgang Schmidtbauer neue Informationen und Spekulationen aufkommen.

Der promovierte Geschichtswissenschaftler forscht seit langem zu der Stadt Bützow. Auch das Haus in der Rühner Straße, in der kürzlich das künstlerische Bild einer Obstschale Rätsel aufgab (SVZ berichtete), befindet sich in seinen Akten. Zwar kommt die Rühner Straße bereits 1602 vor, allerdings könne das Haus Nummer 6 erst um 1715 verordnet werden.

„Bei der Verfolgung der Häusergeschichte gab es beispielsweise mit der Zuordnung Schwierigkeiten“, so Wolfgang Schmidtbauer. Das mittelalterliche System ginge nämlich nach dem Datum des Hausbaus. Zudem seien viele Akten weg. „Größere Aktenschwunde gab es 1945 und 1989.“

Die Erkenntnisse reichen dennoch gesichert bis 1715 zurück. In diesem Jahr lebte ein Mann namens Christoph Albrecht in der Rühner Straße 6. Die nächste Besitzerin des Hauses ist 1764 vermerkt – eine Adlige namens von Dreiberg, die dort mit zwei Kindern, zwei Mägden und einem Knecht lebte.

Ein weiterer Bewohner kam 1801. Seinerzeit wohnte dort ein Herr von Herzberg, der mindestens bis 1811   dort lebte. Erst um 1835   findet sich wieder ein neuer Besitzer in den Unterlagen. Ein Herr Kayser – Oberförster von Oetellin.

Im Zusammenhang mit dem zwischen 1810 und 1830 entstandenen Gemälde lässt sich also spekulieren, dass vermutlich Herr von Herzberg der Besitzer war, der es anfertigen ließ. Das passe auch mit der Gründung einer Freimaurerloge in Bützow zusammen. „1821 kam es hier zur Gründung der Loge Urania zur Eintracht“, sagt Schmidtbauer. Den Grund, warum sich so eine Verbindung hier entwickeln konnte, sieht Schmidtbauer in der Geschichte Bützows. „1812 gründete sich hier ein Kriminalkollegium. Und zuvor, 1760 bis 1782, gab es hier ja auch eine Universität.“

Solche Zusammenschlüsse formten in Bützow eine gebildete Oberschicht, da sie ein gehobenen Lebensstil in die Stadt brachten. „Die Professoren und Studenten und später die Beamten brachten einen besonderen Geist in die Stadt“, so Wolfgang Schmidtbauer. Die Beamten, welche die Stadt auf Anweisung des Fürsten bewohnten, brachten zudem eine hohe Besoldung und zumeist universitäre Abschlüsse und Ansichten mit nach Bützow.

Es sei also möglich, dass Herr von Herzberg aus der Rühner Straße 6 ein Intellektueller und Freidenker gewesen sei.

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erstellt am 10.Nov.2016 | 21:00 Uhr

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