zur Navigation springen

Bützower Zeitung

09. Dezember 2016 | 10:45 Uhr

Schwaan : Der Wald wird wachsen

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Stadtvertreter beschließen Entwicklungskonzept für die nächsten zehn Jahre

In den kommenden zehn Jahren sollen 7300 Kubikmeter Holz im Stadtwald Schwaan geschlagen werden. Das sind 5,5 Kubikmeter je Hektar und Jahr. Im gleichen Zeitraum sollen aber auch jährlich 7,2 Kubikmeter Holz je Hektar nachwachsen. Das geht aus dem Waldentwicklungskonzept der Stadt hervor, das jetzt von den Stadtvertretern beschlossen wurde. Von der Idee, den Lindenbruch in einen Erholungswald umzuwidmen, wurde sich zugleich verabschiedet.

Die Stadt Schwaan verfügt insgesamt über 146 Hektar Wald an verschiedenen Standorten mit zahlreichen kleineren Flächen, die sich sehr unterschiedlich entwickelt haben. So steht es im Zustandsbericht, der Bestandteil des Konzeptes ist und das von einem Forstsachverständigenbüro erarbeitet wurde. Demnach stehen allein auf knapp 40 Prozent der Fläche Kiefern. Fichten (14 Prozent), Buchen (12) und Eichen (9) folgen in dieser Bewertung. Auf knapp 40 Prozent der Fläche wurden Bäume registriert, die 100 Jahre und älter sind.

Auf der Grundlage dieser Analyse gehe es jetzt darum, eine nachhaltige Entwicklung der Waldflächen zu gewährleisten. Nachhaltig heißt in diesem Falle vor allem, dass mehr Wald entsteht, als eingeschlagen wird. Mit dem jetzt vorgegebenen Hiebsatz – die Bezeichnung für das Fällen von Nutzholz – liege Schwaan mit 30 Prozent unter der „gesetzlich möglichen Erntemenge“, heißt es in dem Beschluss.

Beim Fällen von Bäumen werden zwei Ziele angestrebt. Zum einen gehe es um die Bestandspflege. Das bedeutet zum Beispiel für den Lindenbruch, dass nur punktuell in den Baumbestand eingegriffen werden soll, wie Bürgermeister Mathias Schauer (UWS) erklärt. Dort würden einzelne Altbäume gefällt, um der nächsten Generation Licht und Platz zu geben, damit sich diese Bäume entwickeln können, ergänzt Andreas Warkentin, der Baumsachverständige der Stadt Schwaan. Denn dieser Bereich soll auch weiterhin den Einwohnern zur Erholung dienen. Dennoch müsse aber eingegriffen werden, wenn einzelne Bäume zur Gefahr werden. Die Stadt habe die Verkehrssicherungspflicht.

Den Lindenbruch aber generell zu einem Erholungswald zu entwickeln und als solchen auszuweisen, davon sei abzuraten, sagt der Bürgermeister. Stadtvertreter Rüdiger Zöllig (Grüne) hatte in den zurückliegenden Jahren immer wieder versucht, dafür Mehrheiten zu finden. Den Status eines Erholungswaldes hätten im gesamten Land ein, zwei Flächen, erklärt Schauer. Damit verbunden seien erhebliche Auflagen bei der Pflege des Baumbestandes und des Areals, die natürlich auch Kosten verursachen würden. Mit dem jetzt aufgelegten Waldentwicklungskonzept sei gesichert, dass im Lindenbruch „moderat“ mit der Nutzung der alten Bäume umgegangen wird. Damit kann sich auch Rüdiger Zöllig anfreunden: „Das hört sich gut an, so wie es dargelegt wird.“

Größere Eingriffe sind hingegen für den Tannenberg geplant. Dort seien schon lange hiebreife Kiefern zu finden. Die Bestandsdichte verhindere, dass jüngere Bäume nachwachsen können. Deshalb sollen „kleine Kahlschläge entstehen“, die dann unter anderem mit Stieleichen aufgeforstet werden. So soll ein hochwertiger Eichenbestand herangezogen werden, von dem auch nachfolgende Generationen der Schwaaner Bürger profitieren können.

Die Bewirtschaftung des Stadtwaldes werde weiterhin dem Forstamt Bad Doberan übertragen. Auch das wurde mit dem Beschluss der Stadtvertreter festgeschrieben.

zur Startseite

von
erstellt am 08.Okt.2016 | 09:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen