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Bützower Zeitung

08. Dezember 2016 | 21:07 Uhr

Bernitt : Der Dorfladen kommt

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Genossenschaft hat Spendenziel von 5000 Euro erreicht und will am 2. Dezember die Pforten öffnen

Die Bernitter können aufatmen: Nach der Schließung des dorfeigenen Konsums vor mehr als drei Jahren steht mit dem Dorfladen Bernitt nun wieder eine Einkaufsmöglichkeit in den Startlöchern. Das Spendenziel von 5000 Euro, das der Eröffnung bis dato im Weg stand, wurde erreicht – und sogar überschritten.

„Ja, wir haben das Ziel erreicht“, freute sich Andrea Boldt, stellvertretende Vorsitzende der Genossenschaft. Am 31. Oktober lief die Frist bei einer Internetplattform aus, die Gelder mittels Crowdfunding zu akquirieren. Crowdfunding ist eine Möglichkeit, um an zweckgebundene Spenden zu kommen. Der Nachteil: Wenn das Ziel nicht erreicht wird, gehen die Gelder zurück an die Spender und der Akquirierende geht leer aus.

Doch soweit kam es in Bernitt nicht. Im Gegenteil, es wurden sogar 5147 Euro, wie Andrea Boldt berichtete. „In der vergangenen Woche kam noch einiges rein.“ Sie ließ sich im Vorfeld sagen, dass solche Aktionen stets etwas schleppend anlaufen, dann aber meist Fahrt aufnehmen.

Rein aus guten Willen musste übrigens nicht gespendet werden. Jeder „Unterstützer“, so lautet bei der Internetplattform die Bezeichnung für einen Spender, bekommt im Gegenzug ein sogenanntes „Dankeschön“. Je nach Summe kann dies Kaffee sein, Fruchtaufstrich, aber auch ein Frühstück für zwei im Dorfladen. Darauf dürfen sich die Unterstützer nun freuen.

Wie geht es nach Erreichen des Spendenziels nun weiter? „Wir stellen Bestellungen zusammen und ordern Waren“, erklärte Andrea Boldt. Schließlich sollen die Gäste zur Eröffnungsfeier am Freitag, 2. Dezember, ab 10 Uhr nicht nur sehen, wie feierlich ein Band durchschnitten wird, es soll auch etwas geboten werden.

Einige werden vermutlich sogar Kaffee aus ihren eigenen Tassen trinken. Denn der Dorfladen erhielt auch zahlreiche Sachspenden. Mittlerweile ist die Räumlichkeit der Gemeinde, die einer der größten Unterstützer des Projektes ist, gut ausgestattet.

Es ist also fast alles angerichtet für die Eröffnung. Lediglich am Sortiment wird noch gefeilt. Aber dies soll ohnehin kein festes werden. „Wir wollen mit einem Grundsortiment starten, aber je nach Kundenwünschen aufstocken“, verriet Andrea Boldt. Regionale Anbieter, die bislang nicht auf den Dorfladen aufmerksam wurden, sind gern dazu angehalten, Kontakt aufzunehmen.

Natürlich sprach es sich auch ganz schnell bis zu Bernitts Bürgermeisterin Birgit Czarschka herum, dass das Spendenziel erreicht wurde. „Ich bin super glücklich“, sagte sie. Bereits vor Eröffnung des Dorfladens schwärmt sie über selbigen. „Der Dorfladen ist das Beste, was uns passieren konnte. Er wertet das Dorf auf“, ist sie überzeugt. Denn es ist weit mehr geplant als nur eine Möglichkeit, einzukaufen. Es soll eine Begegnungsstätte werden, die das Leben im ländlichen Raum verschönert.

Am Ende eines langen organisatorischen Weges, den eine Interessengemeinschaft nach Schließung des Konsums ebnete, weiß Birgit Czarschka um das Geleistete. Viel Geld und noch mehr Nerven seien in das Projekt geflossen. Das ist auch der Grund, warum sie bereits jetzt an die Bewohner appelliert: „Es liegt an allen, dass der Dorfladen bestehen bleibt.“ Aber dass das Interesse besteht, zeigte bereits das Baustellencafé.

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erstellt am 04.Nov.2016 | 05:00 Uhr

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