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Bützower Zeitung

27. Juli 2016 | 21:12 Uhr

Bützow : Den Bürgermeister überstimmt

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Stadtvertreter von Bützow fordern Christian Grüschow auf, sich für Erhalt der Mühlendammschleuse einzusetzen

Bützows Bürgermeister Christian Grüschow (parteilos) soll sich beim Rostocker Oberbürgermeister und den zuständigen Ministerien in Schwerin für den Erhalte der Mühlendammschleuse in Rostock einsetzen. Das beschlossen die Bützower Stadtvertreter mit großer Mehrheit in dieser Woche. Wohlwissend, dass sie mit ihrem Verwaltungschef nicht auf einer Linie liegen.

Hintergrund: Seit 2011 ist die historische Mühlendammschleuse außer Betrieb. Nun soll sie zugeschüttet werden. Dagegen regte sich nun in der Hansestadt Widerstand. Im Oktober gründete sich ein Verein. Zu den Gründungsmitgliedern zählt auch der Bützower Hartmut Böhnke. Der Verein hat eine Online-Petition gestartet zum Erhalt der Mühlendammschleuse, als wichtige Verbindung zwischen Ober- und Unterwarnow (SVZ berichtete).

Auf der Sitzung machte Christian Grüschow noch einmal seine Haltung deutlich, die er zuvor bereits in zwei Ausschüssen kund getan hatte. Der Verwaltungschef sieht keinen Mehrwert für die jetzt begonnene Schifffahrt auf der Warnow von Bützow über Schwan bis zur Mühlendammschleuse. Grüschow verweist auf die Machbarkeitsstudie, die dafür erarbeitet werden soll. „Rostocks OB hat sich bereit erklärt, das auch finanziell zu unterstützen“, so Grüschow. Er wisse nicht, wie das bei Roland Methling (parteilos) ankomme, wenn er jetzt mit einer solchen Forderung aufmacht. „Ich wäre auch skeptisch, wenn sich ein anderer Bürgermeister in mein Handlungsfeld einmischt“, so Grüschow.

Karsten Thimann (CDU) spricht sich für den Erhalt der Schleuse aus, sieht darin eine Option für die Zukunft. Er denke an eine Zeit, in der die Warnow vielleicht nicht mehr Trinkwassereinzugsgebiet für die Hansestadt ist, das Trinkwasser über Brunnen gespeist wird. Dann entfalle die Rechtsgrundlage für das Verbot der Schifffahrt, so Thiemann.

Ralf-Peter Katzer (UBB) denkt ebenfalls weiter: „Was morgen ist, wissen wir nicht.“ Doch er sei davon überzeugt, dass auch künftig der Tourismus für die Entwicklung des Landes eine wichtige Rolle spielen wird. Und dabei geht es auch um die Warnow-Schifffahrt bis nach Warnemünde. Axel Ulrich (CDU) und Matthias Röse (EB) blicken auf die Schifffahrt auf Elde und Peene und wie viele Hobby-Kapitäne dort unterwegs seien. Und auch Wolfgang Wehrmann (EB) „kann dieser Vision folgen“.

Ganz anders Thomas Drewes (Die Linke). Warum soll Bützow Druck auf den OB ausüben? In Bützow habe man bei der historischen Eisenbahnbrücke bei Wolken gesehen, was aus dem unbedingten Willen, ein Denkmal zu erhalten, geworden sei. „Am Ende sind ein paar Gitter übrig geblieben. Ich bin gegen den Vorschlag, aus finanzieller Sicht. Alle Kommunen sind klamm.“

Christian Grüschow bleibt bei seiner Auffassung. Aus Sicht der Betreiber der Warnow-Schifffahrt habe die Schleuse sowohl wirtschaftlich als auch touristisch keine Bedeutung. Und er habe mit der Geschäftsführerin des Wasserversorgungs- und Abwasserzweckverbandes mehrfach gesprochen. Von einem Aufheben der Trinkwasserschutzzone sei man „ganz weit weg“, und fügt hinzu: „Ich muss nicht jeder Vision folgen.“ Am Ende fiel der Beschluss der Stadtvertreter deutlich aus. Lediglich Thomas Drewes stimmte dagegen, Norbert Hinrichsen (beide Die Linke) enthielt sich der Stimme.

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erstellt am 12.Nov.2015 | 08:00 Uhr

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