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Bützower Zeitung

04. Dezember 2016 | 04:56 Uhr

Rühn : Dem Schnappschuss auf der Spur

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Der Fotoklub Nordlicht besteht seit mehr als 25 Jahren

Wer sich für Fotografie interessiert, ist im Kloster Rühn an der richtigen Adresse. Dort trifft sich regelmäßig der Verein Nordlicht. Die 13 Mitglieder sind passionierte Fotografen und kommen einmal im Monat, meisten sonnabends, in ihren Vereinsräumen zusammen. Dank einer Kooperation mit dem Klosterverein ist es für die Nordlichter eine preiswerte Möglichkeit, sich auf dem Gelände des historischen Gebäudekomplexes über ihr Hobby auszutauschen. Denn anstelle einer Miete dokumentieren und fotografieren die Vereinsmitglieder die Arbeiten des Klostervereins.

Der Verein hat eine interessante Geschichte. Entstanden ist der Fotoklub teilweise aus dem Fotozirkel der Polizei und der Kreisgruppe „Gesellschaft für Fotografie“. 1990 gründete sich dann aus deren Mitgliedern Nordlicht. Der Eintrag ins Vereinsregister erfolgte am 2. Oktober 1990 – also einen Tag vor dem Ende der DDR. Rasch wurde der Kontakt zu Fotografen und Fotografiebegeisterten der Partnerstadt von Bützow, Eckernförde, hergestellt. Ende der 90-er Jahre wurde die erste gemeinsame Ausstellung im Eckernförder Rathaus eröffnet. „Das war damals ein ganz schönes Staunen bei unseren West-Freunden“, sagt Wolfgang Ehlers, Vereinsvorsitzender. Denn während in Eckernförde nur noch Farbfotografien zu finden waren, stützten sich die Nordlichter-Fotografen auf Schwarz-Weiß Bilder.

Bei ihren Treffen, die bei anstehendem Interesse auch mal spontan gehalten werden, geht es viel um Bilddiskussion, Vorführungen und Bildbearbeitung. Die Mitglieder wollten in Sachen Technik am Ball bleiben und haben sich Fotobearbeitungsprogramme wie Photoshop auf die vereinseigenen Rechner geladen.

Das Vereinsprogramm ist dank eines Jahresplans, der viele Workshops vorsieht, durchgetaktet. Höhepunkt der gemeinsamen Fotoerfahrungen ist das jährlich stattfindende Fotowochenende mit dem Titel „Wege übers Land“. Bei dieser, seit 1989 bestehenden, Tradition treffen sich die Fotografen der Klubs aus Rühn, Wismar, Eckernförde und Rendsburg, um in der mecklenburgischen Landschaft rund um Bützow nach geeigneten Motiven zu suchen und gemeinsam zu fachsimpeln.

Wie die meisten Vereine hat auch der Fotoklub Nordlicht mit dem demografischen Wandel zu kämpfen. „Unser ältestes Mitglied ist Baujahr 1933“, erzählt Jürgen Progatzky, der stellvertretende Vorsitzende. Der Altersdurchschnitt liege ungefähr bei Ende 50, so Progatzky. Der Verein wünscht sich jüngere Mitglieder – allerdings nicht zu jung. „Unsere Zielgruppe liegt nicht bei Jugendlichen“, sagt Wolfgang Ehlers. „Nicht, weil wir es nicht wollen, sondern weil wir es nicht können. Für die Betreuung haben wir leider keine Kapazitäten.“ Der Fotoklub wolle dynamische und agile Menschen im besten Alter ansprechen und ihre Sicht auf die Frage „Was ist Fotografie“ kennenlernen.

Wichtig für die Vereinsmitglieder: Fotografie ist mehr als mit dem Smartphone Bilder zu schießen. „Knipsen“ nennen die Nordlicht-Mitglieder dieses moderne Phänomen. „Der Bildinhalt geht dabei fast gänzlich verloren“, so Jürgen Progatzky.

Wer Interesse an Fotografie hat, kann auch unverbindlich beim Fotoklub vorbeischauen, am Besten mit vorheriger Anmeldung.

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erstellt am 01.Nov.2016 | 12:00 Uhr

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